Islamfeindlichkeit

187 islamfeindliche Straftaten im dritten Quartal

Auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag sind im dritten Quartal dieses Jahres bundesweit 187 islamfeindliche Straftaten erfasst worden.

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2019
islamfeindliche Straftaten
Symbolbild: Islamfeindlichekeit © Facebook, bearbeitet by IslamiQ.

Im dritten Quartal dieses Jahres zählen Behörden bundesweit 187 islamfeindliche Straftaten. Dabei wurden acht Menschen verletzt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht.

Das seien 22 mehr gewesen als noch im vorhergehenden Zeitraum (165). Diese Straftaten waren den Angaben zufolge rechts motiviert. Zu den Delikten zählten neben Körperverletzung auch Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung sowie die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Regierung weist darauf hin, dass die Zahlen vorläufig sind und noch Taten nachgemeldet werden könnten.

Islamfeindliche Straftaten gegen Muslime und Moscheen in Deutschland war zu Jahresbeginn auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gesunken. Im ersten Quartal dieses Jahres registrierten die Behörden 132 Vorfälle – deutlich weniger als noch in den ersten drei Monaten 2018 mit 157.

Übergriffe gegen Muslime und Moscheen

2018 hat es bundesweit 813 Übergriffe gegen Muslime und Moscheen in Deutschland gegeben. Die Zahl der Verletzten lag bei 54. Dabei sind 48 Moscheen Ziel von islamfeindlichen Angriffen gewesen. 2017 verzeichneten Behörden 1075 islamfeindliche Straftaten mit insgesamt 32 verletzten. Die Bundesregierung verwies darauf, dass die endgültigen Zahlen noch höher liegen dürften.

Bei fast allen Straftaten gehen die Behörden davon aus, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handelt. Es sei dabei um Nazischmierereien, Drohbriefe, Beleidigungen, Sachbeschädigung und Volksverhetzung gegangen. Über die Höhe des Schadens konnte das Ministerium keine Angaben machen.

Angriff auf Elfjährige Muslimin

Zwei Jugendliche sollen am Nikolaustag vor einem Supermarkt in Sebnitz (Osterzgebirge) ein irakisches Mädchen angegriffen haben. Sie hätten der Elfjährigen Muslimin das Kopftuch vom herunter gerissen, eine 17-Jährige habe sie an den Haaren gezerrt und sie so zu Fall gebracht, teilte die Dresdner Polizei am Sonntag mit. Danach soll ein 16-Jähriger zweimal zugetreten haben, während seine Begleiterin dem Mädchen den Mund zuhielt. Dabei sollen sie gesagt haben: „Was wollt ihr hier bei uns, macht Euch zurück in Euer Land!“.

Auch am Dienstag wurde wiederholt die Moschee der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) in Ulm Opfer eines Anschlags. Am Dienstag hatte der Imam der Moscheegemeinde in den frühen Morgenstunden zerrissene Koranexemplare in der Moschee aufgefunden, die zudem mit Wasser zu einer klebrigen Masse geformt und in den Gebetsräumen verteilt wurden. Daraufhin alarmierte die Gemeinde die Polizei. Der Staatsschutz hat nun die Ermittlungen aufgenommen. (KNA, iQ)

 

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Leider ist davon auszugehen, dass mit zunehmendem Nationalismus im nächsten Jahrzehnt islamfeindliche Straftaten zunehmen werden. Die Moscheen brauchen daher ein besseres Sicherheitskonzept. Da reichen Sicherheitskameras leider nicht aus, um Täter abzuschrecken. Sobald versucht wird, in eine Moschee einzubrechen, muss automatisch ein Alarmsignal bei der Polizei eingehen, damit die Polizei direkt vor Ort ist. Das ist technisch realisierbar. Noch besser ist Polizeischutz für Moscheen, zumindest nachts. Die Frauen sind gut beraten, wenn sie einen Selbstverteidigungskurs machen. Manche Moscheen bieten das sogar an. Außerdem braucht es für Islamfeindlichkeit härtere Strafen. Mindestens 10 Jahre Freiheitsstrafe bis lebenslänglich sind da schon angemessen. Die Moscheen sind gut beraten, wenn sie sich zivilgesellschaftlich engagieren und Präsenz zeigen anstatt zu Rentnerclubs zu verkommen, wo außer dem Freitagsgebet nur ein paar Rentner zusammen Tee trinken und ein paar Jugendliche zusammen PlayStation spielen.
13.12.19
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