Islamfeindlichkeit

AfD-Thüringen will 100.000 Bücher über Islam verteilen

Die Thüringer AfD will demnächst 100.000 Exemplare eines in Eigenregie verfassten Buches über den Islam verteilen. Die AfD erhebt mit dem Buch den Anspruch, über den Islam aufklären zu wollen.

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06
2016
AfD
AfD © flickr.de/metropolico.org/ CC 2.0, bearbeitet by IslamiQ.

Die Thüringer AfD will demnächst 100 000 Exemplare eines in Eigenregie verfassten Buches über den Islam verteilen. Das Buch erhebt unter anderem den grotesken Anspruch zu erklären, „warum der Islam keine reine Religion wie das Christentum ist“, heißt es in einer am Montag versandten Einladung zur Präsentation des Taschenbuchs „Der Islam. Fakten und Argumente“ an diesem Mittwoch.

Der Islam werde in der öffentlichen Debatte „beschönigend“ dargestellt. Daher biete die AfD-Fraktion  eine „Aufklärung in Sachen Islam“ an, hieß es in ihrer Pressemitteilung am Montag. Der namentliche Verfasser des Buches ist noch unbekannt, auch Angaben über die Qualifikationen des Autors wurden nicht veröffentlicht.

Der Vorstand der Bundespartei zeigt sich indes ahnungslos. „Ich weiß nichts von diesem Buch, das ist Sache der Thüringer“, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland am Montag. Parteisprecher Christian Lüth erklärte, das Buch sei nicht mit Finanzmitteln der Bundespartei gedruckt worden.

Die Fraktion plane, 100.000 Exemplare des Buches in Thüringen zu verteilen. Digital soll es ebenfalls abrufbar sein. Genauere Angaben über den Beginn der Verteilung, werden in der Pressekonferenz folgen.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hatte Anfang Mai den Satz der „Islam gehört nicht zu Deutschland“ in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen, mit der sie auf heftige Kritik stieß. Viele Politiker und zivilgesellschaftliche Akteure hatten die Inhalte der AfD zum Teil als verfassungswidrig deklariert. Momentan läuft eine Petition gegen die AfD, die man mit einer Unterzeichnung unterstützen kann. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Ich bin zwar absolut keine AfD-Anhängerin. Ich halte diese Bewegung für populistisch und unseriös. Grundsätzlich sollte man sich mit dem Inhalt dieser Publikation allerdings sachlich auseinandersetzen. Ich würde es gut finden, wenn sich die linken Parteien oder auch die bürgerlich-aufgeklärte Mitte deutlich kritischer mit so manchen Forderungen und Traditionen innerhalb des Islams auseinandersetzen. Ich denke da an Zwangsbeschneidung unmündiger Minderjähriger, das kompromisslose Tragenwollen von Kopftüchern im öffentlichen Dienst trotz diskriminierungsfreiem Neutralitätsprinzip für alle.
16.06.16
10:52
Andreas sagt:
@Ute Fabel: Benutzen Sie eigentlich Textbausteine, die Sie bei jeder Gelegenheit in Ihre Kommentare kopieren?
16.06.16
12:03
Markus sagt:
@Ute Fabel: Sie sind ein wenig widersprüchlich. Wie können Sie die Argumente (in Bezug auf den Islam) der AfD gut finden, gleichzeitig diese Partei aber dann doch nicht gut finden? Und warum sollte man sich die (unsinnigen) Argumente einer Partei zu eigen machen, die so völlig frei von Fakten sind?
16.06.16
14:48
Paul sagt:
Die AfD hat vollkommen recht, der Islam wurde viel zu lange verharmlost. All die Gräultaten die der IS begeht werden im Koran und den Hadithen gerechtfertigt. Das heißt natürlich nicht, dass alle Muslime Terroristen sind, der Islam ist dennoch sehr gefährlich. Das kann man sehr gut mit dem Alkoholismus vergleichen, nicht jeder der Alkohol trinkt ist ein Alkoholiker, jedoch ist der Alkohol verantwortlich für Alkoholismus.
18.06.16
11:03