Kaum aufgehängt, schon beschmiert: Im oberbayerischen Penzberg gibt es das bundesweit wohl erste Hinweisschild auf muslimische Gebetszeiten am Ortseingang. Doch lange blieb es nicht von Attacken verschont.

Nach gerade einmal vier Tagen ist das Hinweisschild für muslimische Gebetszeiten im bayerischen Penzberg – eine bundesweite Einmaligkeit – schon Opfer von Vandalismus geworden.
Die Tafel am Ortseingang, die dort als unterstes von drei Schildern gemeinsam mit dem der katholischen und der evangelischen Kirche hängt, wurde vollkommen mit schwarzer Farbe beschmiert.
„Es ist nur ein halber Meter Metall. Und doch scheint dieses Schild manche so sehr zu stören, dass sie nachts mit Farbe dagegen kämpfen. Nicht gegen ein Schild – sondern das, wofür es steht: Offenheit, Religionsfreiheit, gegenseitiger Respekt und ein friedliches Miteinander“, schrieb der muslimische Gemeindevorsteher dazu.
Gleichzeitig betonte Idriz, dass die Vandalismus-Attacke nichts an der Haltung der Gemeinde und ihrer Offenheit ändern werde. „Im Gegenteil: Es erinnert uns daran, wie wichtig diese Brücken gerade heute sind. Denn Hass wächst im Verborgenen – Vertrauen entsteht in der Begegnung.“
Das Schild war erst am Dienstag offiziell aufgehängt worden. Drei weitere Schilder sind auch an den übrigen Ortseingängen geplant. Die Gottesdienst-Schilder gehen auf eine Verordnung des Bundesinnenministeriums von 1960 zurück. Sie erlaubte katholischen und evangelischen Gemeinden das Aufstellen der Hinweistafeln an Ortseingängen. 2008 gab das Bundesverkehrsministerium ein Schreiben heraus, das diese Erlaubnis auf alle Religionsgemeinschaften ausweitete. (KNA, iQ)