Report!

Meldestelle dokumentiert 494 Angriffe auf Muslime in Niedersachsen

Eine neue Auswertung der Meldestelle Report! Niedersachsen zeigt das Ausmaß antimuslimischen Rassismus im Land. Für 2025 wurden 494 Vorfälle registriert – betroffen waren vor allem muslimische Frauen.

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07
2026
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Islamfeindlicher Angriff auf Muslimin (c)shutterstock, bearbeitet by iQ
Islamfeindlicher Angriff auf Muslimin (c) shutterstock, bearbeitet by iQ

Die Melde- und Dokumentationsstelle Report! Niedersachsen hat für das Jahr 2025 insgesamt 494 antimuslimische Vorfälle im Bundesland erfasst. Das entspricht rechnerisch mehr als einem gemeldeten Fall pro Tag. Die Stelle wurde von CLAIM in Kooperation mit dem Verein Schwarze Schafe aufgebaut und dokumentiert erstmals landesweit antimuslimische Vorfälle.

Nach der am Dienstag veröffentlichten Auswertung war Diskriminierung mit 248 dokumentierten Fällen die häufigste Vorfallsart. Hinzu kamen 192 verbale Angriffe wie Beleidigungen, Bedrohungen oder volksverhetzende Äußerungen.

Frauen besonders häufig betroffen

In 25 Fällen registrierte die Meldestelle körperliche oder sachbezogene Gewalt. Darunter waren zwölf Körperverletzungen, zwölf Sachbeschädigungen sowie ein Tötungsdelikt, das bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte. Zudem wurden 14 Angriffe auf Moscheen und andere religiöse Einrichtungen dokumentiert.

Antimuslimischer Rassismus ereignete sich den Angaben zufolge vor allem in Bildungseinrichtungen, im öffentlichen Raum sowie am Arbeitsplatz. Besonders häufig betroffen waren muslimische Frauen. In den Fällen, in denen Angaben zum Geschlecht vorlagen, entfielen mehr als 70 Prozent der Meldungen auf weibliche Betroffene.

Hohe Dunkelziffer

Die Dokumentationsstelle weist darauf hin, dass die Zahlen keinen vollständigen Überblick über das Ausmaß antimuslimischer Vorfälle in Niedersachsen geben. Erfasst würden ausschließlich Fälle, die tatsächlich gemeldet worden seien. Viele Betroffene verzichteten aus Angst, Scham oder mangelndem Vertrauen in eine Aufarbeitung darauf, Diskriminierung anzuzeigen.

Die Initiatoren gehen deshalb von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Ziel der Meldestelle sei es, antimuslimischen Rassismus systematisch sichtbar zu machen und Betroffenen eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Dokumentation ihrer Erfahrungen zu bieten.