Diskriminierung in Nordrhein-Westfalen

Antimuslimischer Rassismus prägt neuen Diskriminierungsbericht aus NRW

Erstmals dokumentieren vier Meldestellen Diskriminierung unterhalb der Strafbarkeitsgrenze in NRW. Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf antimuslimischem Rassismus sowie dessen Folgen für Betroffene.

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Symbolbild: Schwarze Menschen und Muslime am meisten von Rassismus betroffen © shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Schwarze Menschen erleben Rassismus im Alltag © shutterstock, bearbeitet by iQ

Die vier Meldestellen für verschiedene Formen von Diskriminierung in Nordrhein-Westfalen haben im Jahr 2025 insgesamt 571 Vorfälle dokumentiert. Erstmals legt das Land damit einen gemeinsamen Jahresbericht vor, der insbesondere antimuslimischen Rassismus, Antiziganismus, weitere Formen des Rassismus sowie Queerfeindlichkeit sichtbar machen soll.

Die gemeldeten Vorfälle ereigneten sich unter anderem im öffentlichen Raum, im Internet, am Arbeitsplatz, in Schulen sowie in Behörden. Erfasst werden ausdrücklich auch Diskriminierungserfahrungen unterhalb der Strafbarkeitsgrenze – also Fälle, die häufig nicht strafrechtlich verfolgt werden, Betroffene jedoch massiv belasten.

Antimuslimischen Rassismus

Besonders im Bereich des antimuslimischen Rassismus sollen die Meldestellen dazu beitragen, bislang unsichtbare Diskriminierung zu dokumentieren und das Dunkelfeld zu verkleinern. Seit März 2025 können sowohl Betroffene als auch Zeugen entsprechende Vorfälle anonym melden.

Frauen waren laut Bericht die größte Gruppe der Betroffenen. Häufig traten antimuslimischer Rassismus und andere Formen rassistischer Diskriminierung gemeinsam mit Sexismus und Frauenfeindlichkeit auf. Die meisten Vorfälle wurden als Belästigungen wie Beleidigungen, Erniedrigungen oder Anfeindungen eingeordnet.

In vielen Fällen wurde Betroffenen zudem der gleichberechtigte Zugang zu Wohnraum, Arbeit oder Gesundheitsleistungen verwehrt. Zahlreiche Meldende berichteten von psychischen Folgen wie Angst, Hilflosigkeit oder dem Rückzug aus dem öffentlichen Leben.

Insgesamt gingen 870 Meldungen bei den Stellen ein. Knapp 700 wurden als Diskriminierungsvorfälle eingestuft. Davon flossen 571 Fälle in den Jahresbericht 2025 ein, da die übrigen Vorfälle frühere Jahre betrafen. (dpa/iQ)