In Berlin hat ein Mann von seinem Balkon aus eine muslimische Frau mit Kopftuch angepöbelt und einen Aschenbecher in ihre Richtung geworfen.

Am Montag wurde eine kopftuchtragende Muslimin Opfer eines islamfeindlichen Übergriffs. Laut Polizeibericht habe ein Mann gegen 15 Uhr in der Ernst-Barlach-Straße auf dem Balkon einer Wohnung in der vierten Etage lautstark brüllte und einen Aschenbecher in die Richtung einer vorbeigehenden Frau, bekleidet mit einem Kopftuch, warf.
Der Aschenbecher verfehlte die Passantin knapp. Beim Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte konnte die unbekannte Frau nicht angetroffen und ermittelt werden. Durch die Aussagen der Zeugen konnte der Werfer in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses ermittelt werden.
Der 43-Jährige wirkte stark alkoholisiert und gab an, dass er den Aschenbecher in Richtung der Muslimin geworfen habe, weil er „Fremde nicht leiden kann“. Bei einem Atemalkoholtest stellten die Einsatzkräfte bei dem Tatverdächtigen einen Wert von über drei Promille fest. Er wurde zu einer Polizeidienststelle gebracht und konnte diese nach einer Blutentnahme wieder verlassen.
Die Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzungen mit rassistischem Hintergrund dauern an.
Im vergangenen Jahr hat es laut einem Bericht wieder mehr Übergriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen wie Moscheen in Deutschland gegeben – und das trotz der Corona-Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Mindestens 901 islamfeindliche und antimuslimische Straftaten registrierten die demnach Behörden bundesweit. Bei den Taten wurden demnach 48 Menschen verletzt.