Während des Freitagsgebets an der Moschee in Kaunas haben rund 100 Motorradfahrer für Lärm und Unruhe gesorgt. Aufnahmen zeigen zudem eine Provokation mit einem Schweinekopf.

Rund 100 Motorradfahrer haben nach Medienberichten das Freitagsgebet in der Moschee von Kaunas in Litauen gestört. Die Gruppe soll während des Gebets mit Motorrädern Lärm verursacht und „Litauen“-Parolen gerufen haben.
In Aufnahmen, die in sozialen Medien verbreitet wurden, ist zudem zu sehen, wie während des Gebets ein Schweinekopf gezeigt wird. Die Provokation wurde damit offenbar gezielt in den Zeitraum des Gottesdienstes gelegt. Die Motorradfahrer äußerten sich zunächst nicht dazu, warum sie die Aktion durchgeführt haben.
Vor der Moschee waren nach Angaben lokaler Medien zusätzliche Polizeikräfte im Einsatz. Zwischen den Beteiligten sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen. Die Polizei leitete nach Angaben ihrer Sprecherin Odeta Vaitkeviciene gegenüber der Nachrichtenagentur BNS ein Verwaltungsverfahren ein.
Grund seien Verstöße gegen die Vorschriften für die Durchführung von Versammlungen und anderen Veranstaltungen. Dafür können Geldstrafen zwischen 30 und 150 Euro verhängt werden.
Eine Frau, die mit dem lokalen Nachrichtenportal „Kas vyksta Kaune“ sprach, bezeichnete den Vorfall als schockierend. Die Menschen seien zur Moschee gekommen, um zu beten, sagte sie dem Bericht zufolge.
Die Kaunas-Moschee ist die einzige Moschee in der zweitgrößten Stadt Litauens. Die muslimische Gemeinde in Kaunas gehört zu den älteren muslimischen Gemeinschaften des Landes. Die Hintergründe und das konkrete Motiv der Motorradgruppe waren zunächst unklar.