Traurige Gewissheit: Die seit Anfang Mai vermisste muslimische Medizinstudentin Abrar bin Ramadan aus Chemnitz wurde tot in den Schweizer Alpen gefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Nach mehr als einem Monat der Ungewissheit herrscht nun traurige Gewissheit: Die seit Anfang Mai vermisste muslimische Medizinstudentin Abrar bin Ramadan aus Chemnitz ist tot. Einsatzkräfte entdeckten ihre Leiche bei erneuten Suchmaßnahmen in der Region des Brienzersees im Schweizer Kanton Bern.
Die 26-Jährige war am 2. Mai zu einer Wanderung in den Emmentaler Alpen aufgebrochen und anschließend nicht zurückgekehrt. Nach Angaben der Kantonspolizei Bern hatte die junge Frau am Morgen einen Zug von Bern nach Interlaken genommen. Geplant war eine anspruchsvolle Bergtour vom Harder Kulm zum rund 2.100 Meter hohen Augstmatthorn. Die Strecke gilt als anspruchsvoll und führt über steile Bergpfade oberhalb des Brienzersees.
Nachdem die Studentin nicht zurückkehrte, wurden umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Trotz des Einsatzes von Bergrettungskräften, Polizeieinheiten und weiterer Helfer blieb die Suche zunächst erfolglos.
Neue Hinweise ergaben sich erst am Montagabend, als bei Oberried am Brienzersee ein persönlicher Gegenstand der Vermissten entdeckt wurde. Daraufhin nahmen die Einsatzkräfte die Suche in dem Gebiet erneut auf. Am folgenden Tag fanden sie schließlich die Leiche der 26-Jährigen in der Nähe des Fundortes.
Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem Unglück aus. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen liegen laut Kantonspolizei derzeit nicht vor. „Den aktuellen Erkenntnissen zufolge steht ein Unfallgeschehen im Vordergrund“, teilte die Polizei mit. Die genauen Umstände des Todes werden nun von den zuständigen Behörden untersucht.
Die junge Frau, die in Chemnitz aufgewachsen war, absolvierte seit März ein einjähriges Praktikum in der Schweiz im Rahmen ihres Medizinstudiums. Zuvor war sie an einer Hochschule in Magdeburg eingeschrieben. Familie, Freunde und zahlreiche Unterstützer hatten in den vergangenen Wochen auf Hinweise zu ihrem Verbleib gehofft.