Moschee

Erster Gebetsruf in Köln weiter nicht abzusehen

Köln will im Rahmen eines Modellprojekts Rufe von Muezzins zum Freitagsgebet ermöglichen – nach wie vor ist aber unklar, wann sie zu hören sein werden.

01
08
2022
Minarette der Kölner Zentralmoschee © shutterstock, bearbeitet by iQ.
Minarette der Kölner Zentralmoschee © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Köln will im Rahmen eines Modellprojekts Rufe von Muezzins zum Freitagsgebet ermöglichen – nach wie vor ist aber unklar, wann sie zu hören sein werden. Es sei noch nicht abzusehen, wann es einen Gebetsruf geben werde, sagte eine Stadtsprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe zwar zwei Anträge von Moscheegemeinden. Aber bisher habe noch nicht darüber entschieden werden können, „weil die Moscheegemeinden jeweils noch nicht das erforderliche Lärmgutachten eingereicht haben“. „Der Stadt Köln liegen keine Informationen darüber vor, wann die Gemeinden dies tun wollen“, sagte sie.

Modellprojekt in Köln

Köln hatte Anfang Oktober 2021 erklärt, dass Moscheegemeinden auf Antrag und unter Auflagen künftig ihre Gläubigen zum mittäglichen Freitagsgebet rufen dürften. Zu den Auflagen gehört etwa, dass der Gebetsruf nicht länger als fünf Minuten dauert. Für die Lautstärke gibt es eine Höchstgrenze, die je nach Lage der Moschee festgelegt wird. Außerdem muss die jeweilige Moscheegemeinde die Nachbarschaft frühzeitig mit Flyern informieren und eine Ansprechperson benennen, die Fragen beantwortet oder Beschwerden annimmt. Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Die Stadt verweist bei ihrer Initiative auf die im Grundgesetz verbriefte Freiheit der Religionsausübung. Während in christlichen Kirchen die Glocken läuteten, um die Gläubigen zum Gottesdienst zu rufen, seien es in den Moscheen muslimischer Glaubensgemeinschaften die Rufe des Muezzins, die diesen Zweck erfüllten. Die Initiative war breit diskutiert worden. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Kudsi sagt:
Hallo! Kommen Sie zu unserer Moschee in Köln-Chorweiler. Da wird seit über 12 Jahren der Gebetsruf fünfmal am Tag über einen Außenlautsprecher nach draußen übertragen. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Unsere Moschee in Köln-Chorweiler ist die erste und einzige Moschee in Köln, die das macht. Es ist also nicht das erste Mal, dass in Köln öffentlich zum Gebet gerufen wird. Sie können gerne bei unserer Moschee nachfragen oder persönlich vorbeikommen. Vielen Dank.
01.08.22
15:51
Don Bosco sagt:
Die Antragsteller könnten auf Ihre Anträge verzichten und diese für nichtig erklären. Wenn sie nicht in der Lage oder bereit sind, die behördlichen Richtlinien zu beachten und umzusetzen, dann sollten sie das auch zugeben. Die Stadt Köln wird ihr Angebot auch nicht unbegrenzt gültig lassen. Vielleicht ist das Modellprojekt auch schon überholt und überflüssig. Das würden viele Bürger sicherlich begrüßen.
01.08.22
21:21