Vereinte Nationen

Angriffe auf Muslime in Myanmar (Burma) besorgniserregend

Neue Ausschreitungen in Myanmar. Erneut wurden 40 Rohingya bei Angriffen von Buddhisten getötet. Die Vereinten Nationen zeigen sich besorgt und fordern die Regierung zum Handeln auf.

25
01
2014

Verantwortliche für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe bei den Vereinten Nationen (UN) haben sich besorgt über jüngste Ausschreitungen in Myanmar (Burma) gezeigt. Die Minderheit der Rohingya-Muslime wurde erneut von Buddhisten angegriffen. Die UN nehmen die Meldungen ernst und fordern eine schnelle und vollständige Untersuchung der Vorfälle.

Nach UN-Angaben liegen Informationen über einen Angriff in Rakhaine-Staat vor. Hier wurden am 9. Januar acht männliche Rohingya in einem Dorf bei Du Chee Yar Tan angegriffen und getötet. Diesem Vorfall folgte ein Zusammenstoß am 13. Januar, im gleichen Dorf, bei dem ein Polizist durch Dorfbewohner getötet worden sein soll. Am selben Abend wurden 40 männliche Rohingya, Frauen und Kinder durch buddhistische Mönche und die Polizei getötet.

Pillay: Vollständige Untersuchung nötig

Navi Pillay, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR), erklärte: „Ich bedauere den Verlust von Leben in Du Chee Yar Tan und fordere die Behörden auf, eine sofortige und vollständige Untersuchung einzuleiten, um den Opfern und Familien Gerechtigkeit zukommen zu lassen.“ Durch eine schnelle Aufklärung könne die Regierung zeigen, dass sie transparent und integer sei. Dies würde auch die Demokratie und die Rolle des Gesetzes in Myanmar stärken, erklärte Pillay.

Das OHCHR hat zudem nach eigenen Angaben Kenntnis über zehn weitere Rohingya-Männer, die durch die Angreifer festgenommen wurden. Über den Verbleib der Personen sei nichts bekannt. Man hoffe, dass die Männer noch am Leben seien. Auch UN-Nothilfekoordinatorin Valeria Amos zeigte sich über den neuen Ausbruch der Gewalt in Myanmar besorgt. Sie habe die Regierung in Myanmar dazu aufgerufen alles Nötige zu tun, um die zivile Bevölkerung zu beschützen.

Eine der am meisten verfolgten Minderheit

Die Rohingya-Muslime in Rakhaine-Staat gelten laut Menschenrechtsorganisationen als eine der am meisten verfolgten Minderheiten auf der Welt. In den vergangenen 18 Monaten wurden laut Angaben der Vereinten Nationen mehr als 110.000 Rohingya aus ihrer Heimat vertrieben. Durch brutale Angriffe von buddhistischen Mönchen und aufgehetzte Buddhisten wurden Muslime immer wieder getötet. Die Regierung in Myanmar tut laut Amnesty International und der Vereinten Nationen nicht genug für den Schutz der muslimischen Minderheit im Land. Dies kann sich laut Beobachtern jedoch auch negativ auf den Demokratieprozess in Myanmar auswirken. Eine funktionierende Demokratie müsse ihre Minderheiten schützen.

Leserkommentare

ayse sagt:
..ich frage mich, wie ein derartiger Hass entstehen kann. Ich frage mich warum, und wieder warum. Dieses Warum löst sich in der Luft und teilt mit mit: Das Wesen der Menschheit macht mir Angst..
29.01.14
11:56