Die Zahl der Muslime in Deutschland ist weiter gestiegen. Nach einer aktuellen neuen Hochrechnung leben inzwischen bis zu sieben Millionen Muslime im Land. Die größte Herkunftsgruppe bilden Menschen mit türkischen Wurzeln.

In Deutschland leben nach einer neuen Hochrechnung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zwischen 6,6 und 7,0 Millionen Musliminnen und Muslime. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit zwischen 8,0 und 8,5 Prozent, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Forschungsbericht des BAMF hervorgeht.
Im Vergleich zur letzten Hochrechnung für das Jahr 2019 ist der Anteil der muslimischen Bevölkerung um 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte gestiegen. Als wesentlichen Grund nennt die Behörde die Zuwanderung aus islamisch geprägten Herkunftsländern, insbesondere aus Krisen- und Konfliktregionen im Nahen und Mittleren Osten.
Die Studie berücksichtigt muslimische Religionsangehörige mit Migrationshintergrund aus 23 islamisch geprägten Herkunftsländern. Erfasst wurden sowohl Zugewanderte als auch ihre in Deutschland geborenen Nachkommen.
Die größte Herkunftsgruppe innerhalb der muslimischen Bevölkerung bilden weiterhin Menschen mit türkischen Wurzeln. Ihr Anteil liegt inzwischen bei 39,4 Prozent. Im Jahr 2008 hatte dieser noch bei 64,4 Prozent gelegen. Gleichzeitig stieg der Anteil von Muslimen mit familiären Wurzeln im Nahen Osten, in Nordafrika, Südosteuropa und dem Mittleren Osten deutlich an. Das BAMF spricht von einer zunehmenden Vielfalt innerhalb der muslimischen Bevölkerung.
Regional zeigen sich weiterhin erhebliche Unterschiede. Die höchsten Anteile muslimischer Religionsangehöriger verzeichnen die Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie Nordrhein-Westfalen und Hessen. In Hamburg und Bremen liegt der Anteil bei bis zu 13,2 Prozent. Die niedrigsten Werte weisen die ostdeutschen Flächenländer auf. In Sachsen beträgt der Anteil laut Hochrechnung lediglich zwischen 0,9 und 1,0 Prozent.
Nach Angaben des BAMF stellen Musliminnen und Muslime nach den christlichen Kirchen die zweitgrößte Religionsgruppe in Deutschland dar.