Diskriminierungen

975 antimuslimische Vorfälle in Berlin dokumentiert

2025 wurden in Berlin 975 antimuslimische Vorfälle dokumentiert – ein Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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06
2026
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Antimuslimischer Rassismus, Muslime, Klassenfahrt © shutterstock
Muslime, Antimuslimischer Rassismus © shutterstock

Die Zahl antimuslimischer Übergriffe und Diskriminierungen in Berlin ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Das geht aus der aktuellen Jahresbilanz der Melde- und Informationsstelle Report! Berlin hervor. Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 975 antimuslimische Vorfälle erfasst – ein Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem 644 Fälle dokumentiert wurden.

Rechnerisch ereigneten sich damit in der Hauptstadt nahezu drei antimuslimische Vorfälle pro Tag. Die erfassten Fälle reichen von Diskriminierungen und Beleidigungen über Bedrohungen bis hin zu Sachbeschädigungen und körperlichen Angriffen.

Besonders alarmierend ist die Zahl der Gewalttaten. Report! Berlin dokumentierte mehr als 80 Körperverletzungen, darunter mehrere gefährliche Körperverletzungen. Erstmals seit Beginn der Erfassung wurden zudem wieder gezielte Angriffe auf Moscheen registriert.

Frauen sind von Rassismus besonders betroffen

Frauen sind von antimuslimischem Rassismus besonders betroffen. In den Fällen, in denen Angaben zum Geschlecht vorlagen, richteten sich 57,5 Prozent der dokumentierten Vorfälle gegen Frauen. Die Ergebnisse bestätigen damit erneut die besondere Gefährdung sichtbar muslimischer Frauen, die häufig sowohl rassistische als auch sexistische Anfeindungen erleben.

Die meisten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum. Weitere Schwerpunkte waren Bildungseinrichtungen sowie das Internet. Laut der Analyse stehen viele der dokumentierten Übergriffe im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Debatten über Migration, Sicherheit und Zugehörigkeit.

Die tatsächliche Zahl antimuslimischer Vorfälle dürfte jedoch deutlich höher liegen. Report! Berlin verweist auf eine Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA), wonach in Deutschland lediglich vier Prozent der Betroffenen eine erlebte Diskriminierung offiziell melden. Die dokumentierten Fälle bilden daher nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes ab.

Vor diesem Hintergrund fordert die Meldestelle umfassende politische Maßnahmen. Zu den Empfehlungen gehören der Ausbau von Monitoring- und Dokumentationsstrukturen, eine bessere staatliche Erfassung und Verfolgung antimuslimischer Hasskriminalität, die Stärkung von Beratungsangeboten sowie die Entwicklung einer Berliner Landesstrategie gegen antimuslimischen Rassismus.