Kempten

Ermittlungen nach tödlichem Brandanschlag vor 32 Jahren dauern an

Mehr als 30 Jahre nach einem tödlichen Brand in Kempten ermitteln die Behörden immer noch – wegen eines rassistisch motivierten Anschlags. Im Januar 2022 waren durch eine Fernsehsendung neue Hinweise aufgetaucht.

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Symbolbild: Brand, Tatort © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Auch mehr als drei Jahrzehnte nach einem tödlichen und mutmaßlich rassistischen Brandanschlag im Allgäu fahndet die Polizei weiterhin nach den Tätern. Bei dem Feuer war in der Nacht zum 17. November 1990 in Kempten ein Fünfjähriger ums Leben gekommen, fünf Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Ermittler gehen inzwischen von einem rassistisch motivierten Mordanschlag aus, weil das Gebäude zum Zeitpunkt der Tat nur von türkischen Staatsangehörigen bewohnt wurde.

Trotz eines zwischenzeitlichen Abschlusses der polizeilichen Untersuchungen und einer Überprüfung der Ergebnisse werde nun noch weiter ermittelt, wie die Generalstaatsanwaltschaft München berichtete. Weitere Details zur Spurenlage könnten erst nach Abschluss der neuen Ermittlungen bekanntgegeben werden. Wann das der Fall sei, könne noch nicht gesagt werden.

Nachdem ein Beitrag der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ im vergangenen Januar den Fall behandelte, gingen knapp 30 Hinweise bei den Ermittlern ein. Die Untersuchungen zu dem alten Mordfall wurden daraufhin ausgeweitet. Um den neuen Spuren nachzugehen, wurde in verschiedenen Bundesländern ermittelt.

Nach dem Feuer stand zwar schnell Brandstiftung als Ursache fest, zunächst vermuteten die Ermittler aber einen Streit unter Türken als Auslöser. Später ging dann bei einer Zeitung ein Bekennerschreiben ein, das mit „Anti-Kanaken-Front-Kempten“ gekennzeichnet war.

Vor zwei Jahren nahm die Münchner Generalstaatsanwaltschaft als Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus die Ermittlungen wegen Mordes wieder auf. Bei der Kriminalpolizei in Neu-Ulm wurde damals eine Sonderkommission gebildet. (dpa, iQ)