Vereinte Nationen

Verfolgung der Uiguren – Antrag gegen China scheitert im UN-Menschenrechtsrat

Der UN-Menschenrechtsrat hat es abgelehnt, sich in einer Debatte mit den chinesischen Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren zu befassen.

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2022
UN, Myanmar, Rohingya-Bericht - Islamfeindlichkeit
Vereinte Nationen (UN) © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Westliche Länder haben im UN-Menschenrechtsrat in Genf eine Schlappe gegen China eingesteckt. Der Versuch, eine Debatte über den Bericht des UN-Hochkommissariats über Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Region Xinjiang durchzusetzen, scheiterte am Donnerstag. 19 Mitglieder des Rates stimmten gegen den Antrag, 17 dafür und 11 enthielten sich. Deutschland war dafür. Als das Ergebnis bekannt wurde, kam Applaus auf. Auf Chinas Seite standen unter anderen Venezuela, Kuba, Pakistan und Katar.

Das Hochkommissariat hatte Ende August Anzeichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Region Xinjiang bezeugt. Uiguren und Angehörige anderer Minderheiten und Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren, dass Hunderttausende Menschen dort gegen ihren Willen in Umerziehungslager gesteckt, teils gefoltert und zu Zwangsarbeit verpflichtet worden sind. Der Bericht ist das erste umfangreiche UN-Dokument zur Situation. Es bezieht sich unter anderem auf staatliche chinesische Dokumente.

Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

„Das Ausmaß der willkürlichen und diskriminierenden Inhaftierung von Angehörigen der Uiguren und anderen überwiegend muslimischen Gruppen (…) könnte internationale Verbrechen, insbesondere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darstellen“, hieß es darin.

Die USA, Norwegen und andere Länder wollten, dass der Bericht bei der nächsten Sitzung des UN-Menschenrechtsrates im Frühjahr 2023 auf die Tagesordnung kommt. Möglich ist weiterhin, dass der neue Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, den Bericht selbst im Menschenrechtsrat präsentiert. Seine Vorgängerin Michelle Bachelet hatte ihn am 31. August kurz vor Mitternacht, ihrem Ausscheiden aus dem Amt, veröffentlicht. Türk tritt sein Amt am 17. Oktober an.

China weist alle Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang zurück. Chinas Botschafter warf westlichen Ländern vor, sie wollten China mit Schmierkampagnen diskreditieren.

Leserkommentare

Evergreen sagt:
Die beiden islamischen Staaten Katar und Pakistan unterstützten die muslimischen Uiguren nicht – vermutlich aus opportunistischen Gründen : nichts hören, nichts sehen, nicht drüber reden !!! Leider erlebe ich auch bei IslamiQ opportunistische Einseitigkeit. Ich finde es einerseits sehr gut, dass IslamiQ bereits Spuren von antimuslimischer Diskriminierung nachgeht. Doch bei muslimischem Rassismus im deutschen Alltag werden bereits Meldeportale massiv bekämpft und die weltweiten Terroranschläge im Namen des Islam werden nicht aufgearbeitet. Auch hier leider : Nur ja nicht darüber reden !!!
11.10.22
22:27