Ramadan '22

Grußbotschaften zum Ramadan

Zum Beginn des diesjährigen Ramadan senden islamische Religionsgemeinschaften sowie Kirchenvertreter und Politiker Grußbotschaften an Muslime.

01
04
2022
Islamische Feste, Grußbotschaften zum Ramadan
Symbolbild: Vorbereitungen auf die islamischen Feste © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Am Samstag (2. April) beginnt der Fastenmonat Ramadan. Das Fasten findet jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres statt und ist eine der fünf Säulen des Islams. Anlässlich zum Beginn des diesjährigen Ramadans senden islamische Religionsgemeinschaften sowie Kirchenvertreter und Politiker Grußbotschaften an Muslime.

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Kemal Ergün, gratulierte in einer Mitteilung allen Muslimen anlässlich des bevorstehenden Fastenmonats und erinnerte, dass „der Ramadan eine Zeit der Barmherzigkeit, des Teilens, der Empathie und Hilfsbereitschaft“ ist. „Tugenden, die wir in diesen schwierigen Zeiten dringender benötigen als je zuvor”, so Ergün weiter. Denn der Krieg in der Ukraine mache deutlich, „wie schnell ein Unglück über einen hereinbrechen kann“ und wie nah er sein kann. „Der Ramadan ist eine gute Gelegenheit, uns Gedanken darüberzumachen, unser Tun und Handeln auf den Prüfstand zu stellen, unseren Sinn für Gerechtigkeit und Menschlichkeit gegebenenfalls nachzujustieren zugunsten von Moral und Anstand“, erklärt Ergün.

Nach zwei intensiven Pandemiejahren freuten sich Muslime wieder auf einen Ramadan in der Gemeinschaft, mit der Familie, mit Freunden, Nachbarn und Freunden erleben zu dürfen. „Möge Allah unsere Gottesdienste, das Fasten, die Mukâbala, die Tarâwîh-Gebete, den Îtikâf, die Zakat sowie die Fitra-Abgabe annehmen!“, so Ergün abschließend.

Kirchenvertreter rufen zu Toleranz und Nächstenliebe auf

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, richtete muslimischen Gläubigen in Deutschland seine Grüße zum Fastenmonat Ramadan aus. Vor dem Hintergrund der menschgemachten Gewalt und Zerstörungen in der Ukraine sei das Fasten ein gemeinsamer Weg von Christen und Muslimen, „mit der Versuchung der menschlichen Selbsterhöhung umzugehen“, erklärte Bätzing am Freitag.

Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Annette Kurschus, hat den Muslimen zum Fastenmonat Ramadan herzliche Grüße und Wünsche übermittelt. „Ich fühle mich Ihnen da sehr verbunden, denn ich weiß aus den eigenen kirchlichen Zusammenhängen in unserem christlichen Gemeindeleben, welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind“, schrieb Kurschus. „Der Glaube hilft uns, den anderen Menschen mit den Augen Gottes zu sehen. Dazu gehört, ihn nicht aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder auch seiner Religionszugehörigkeit zu beurteilen, sondern ihn in seiner Menschlichkeit und in seiner Hilfsbedürftigkeit wahrzunehmen“, betonte Kurschus.

„In schwierigen Zeiten gewinnt der Monat Ramadan an Bedeutung“

Kazım Türkmen, Bundesvorsitzender der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) hieß den Ramadan willkommen und rief dazu auf, die segensreiche Zeit mit guten Taten zu bereichern. „Mit dem ersten heute zu verrichtenden Tarawih-Gebet und dem morgigen Fasten werden wir den segensreichen Ramadan begonnen haben. Möge der erhabene Allah uns alle die Vortrefflichkeit dieses segensreichen Monats mit seinem großen Überfluss und Segen zuteilwerden lassen. Sei ihr Ramadan gesegnet“, so Türkmen in einer Mitteilung.

Vorsitzender der Zentralrat der Muslime, Aiman Mazyek, wünschte in einer Mitteilung allen Muslimen einen friedvollen und gesegneten Ramadan. Vor der dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine sagte er: „Wir beten für die Opfer im Heiligen Monat Ramadan ganz besonders und bitten Gott um Frieden für alle Menschen auf der Welt.“

Der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime (KRM) Abdassamad El-Yazidi wünscht ebenfalls allen Muslimen einen friedvollen und besinnlichen Ramadan. „In diesen schwierigen Zeiten gewinnen die Grundgedanken des Fastenmonats – Solidarität mit und Unterstützung für unsere Mitmenschen – zusätzlich an Bedeutung. Sie gelten insbesondere allen Bedürftigen und Leidtragenden, unabhängig ihrer Religion oder Herkunft“, erklärt El-Yazidi in einer Mitteilung.


Bundesaußenministerin Annalena Baerbock wünschte auf Twitter via Videobotschaft allen „Musliminnen und Muslimen hier in Deutschland und weltweit eine schöne und friedliche Fastenzeit.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, (SPD) haben allen Musliminnen und Muslimen in Niedersachsen einen gesegneten und friedvollen Fastenmonat gewünscht. „Der Ramadan hat wie andere religiöse Feste und Traditionen seit vielen Jahren einen festen Platz in Niedersachsen“, sagte Weil am Freitag.

Schröder-Köpf betonte, dass innere Einkehr und Zusammenhalt in diesen bewegten Zeiten eine wichtige Rolle spielten. Genau dafür stehe auch der Ramadan. Der Fastenmonat habe einen solidarischen und sozialen Charakter.

Integrationsbeauftragte macht auf Rassismus aufmerksam

Die Integrationsbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns wünschte am Samstag in Schwerin allen Musliminnen und Muslimen ein gesegnetes Ramadan-Fest. Zusammen mit dieser Grußbotschaft sagte Jana Michael, dass trotz der aktuell großen Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge hierzulande auch im Jahr 2022 „antimuslimischer Rassismus aktuell und gleichzeitig wenig sichtbar“ bleibe. Sie erinnerte daran, dass weiterhin Geflüchtete aus anderen Drittstaaten ankommen, muslimische Geflüchtete weiterhin Opfer der Mehrfachdiskriminierung seien und dass es keine Flüchtlinge erster und zweiter Klasse geben dürfe. Zudem räumte sie ein, dass der Ramadan eine gute Gelegenheit sei, um gedankliche Hürden abzubauen und interkulturelle Begegnungen zu ermöglichen.

Leserkommentare

Dilaver_Ç. sagt:
Was ich mir für den Ramadan in diesem Jahr wünsche: 1. Dass die Pandemie bald vorbei ist und endgültig in die Vergangenheit verbannt wird. Nur so kann wieder Normalität einkehren. 2. Hidaya (Rechtleitung) für alle Nichtmuslime sowie in Gottvergessenheit lebenden Muslime. Zwar ist das keine Notwendigkeit für ein friedliches Zusammenleben, jedoch ist es am Tag des Jüngsten Gerichts wenigstens eine Chance, vor Verdammnis gewahrt zu werden. 3. Dass alle Kriege auf der Welt zu Ende gehen. Nur so kann der Weltfrieden erreicht werden. Hiermit wünsche ich allen die sich hier angesprochen fühlen, einen friedvollen und segensreichen Ramadan.
01.04.22
20:19
Vera sagt:
Die Wünsche der Integrationsbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns und ihr aufmerksam machen in allen Ehren. Schön und gut. Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ließ einmal verlauten: "Wir integrieren keine Religionen. Wir integrieren keine Nationen. Wir integrieren Menschen." Dieses Statement bzw. diese konkrete Richtlinie Bayerns sollte bei aller Menschenfreundlichkeit und interkulturellen Begegnungsfreudigkeit wieder vermehrt Beachtung finden und entsprechend berücksichtigt werden. Denn grundsätzlich muß gelten: Religionsfreiheit ja - religiöse Radikalität und Religionsextremismus nein.
06.04.22
15:13