Vereinte Nationen

UN erklärt 15. März zum Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit

Die Vereinten Nationen erklären den 15. März zum internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit. Der Tag markiert den Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch.

17
03
2022
Islamfeindlichkeit
Vereinte Nationen (UN) © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die UN-Generalversammlung hat bei einer einstimmigen Resolution den 15. März zum internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit erklärt. Den Antrag für die Resolution von Dienstag wurde von Pakistan im Namen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) eingebracht. Das Datum soll den Tag markieren, an dem ein Mann bei einem Terroranschlag in zwei Moscheen in Christchurch 51 Gläubige tötete und 40 weitere verletzte.

Der pakistanische UN-Gesandte Munir Akram erklärte beim Resolutionsantrag, das Hass und Diskriminierungen gegen Muslime zu einer „Realität“ geworden seien, die in vielen Teilen der Welt zunehme. „Jegliche Art von Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt gegenüber Muslimen – Einzelpersonen oder Gemeinschaften – stellen schwere Verletzungen ihrer Menschenrechte dar und verletzen ihre Religions- und Glaubensfreiheit“, sagte Akram in der Generalversammlungshalle. Das sei heutzutage besonders alarmierend, denn es habe sich „eine neue Form von Rassismus entwickelt, die durch negative Profilierung und Stereotypisierung von Muslimen gekennzeichnet ist“, fügte er hinzu.

„Musliminnen von Unterdrückung befreien“

Beim antimuslimischem Rassismus rücke vor allem der geschlechtsspezifische Aspekt immer weiter in den Vordergrund. Denn Musliminnen werden aufgrund ihrer Kleidung oder „wegen der allgemeinen Annahme, dass muslimische Frauen unterdrückt werden und daher befreit werden müssen“, ins Visier genommen. Dabei bezog man sich auf Indien, wo ein lokales Gericht am Dienstag ein Kopftuchverbot der rechtsgerichteten BJP-Regierung in Schulen und Hochschulen bestätigte und zu dem Schluss kam, dass das Tragen eines Kopftuchs „kein Teil der wesentlichen religiösen Praxis ist“.

Die jüngste Kopftuch-Kontroverse „unter der Anleitung einer intoleranten indischen Regierung“ zog Angriffe auf Einrichtungen von Muslimen und anderen Minderheiten in Indien mit sich und sei daher für die gesamte Region besorgniserregend. Die nächste Herausforderung bestehe darin, „die Umsetzung dieser wegweisenden Resolution sicherzustellen“, sagte Pakistans Premierminister Imran Khan.

Leserkommentare

ABM sagt:
Eine schöne Geste. Deutschland sollte den als offiziellen Feiertag einführen!
17.03.22
18:25
Vera sagt:
Der Resolutionsantrag wurde von der Islamischen Republik Pakistan eingebracht, welche seit der Islamisierungspolitik der 1980-er Jahre einen rasanten Zuwachs an religiösem Extremismus im Land und an Koranschulen erlebt. Immer wieder kommt es leider zu Fällen von Selbstjustiz und Lynchmorden gegen Angehörige religiöser Minderheiten, z.B. Christen oder Hindus in Pakistan (Vorwurf bzw. Vorwand: "Gotteslästerung"). Insgesamt ist das Land von einer Atmosphäre der religiösen Intoleranz geprägt. Pakistan hat die weltweit höchste Zahl an zum Tode verurteilten Gefängnisinsassen, die auf ihre Hinrichtung warten. Menschenrechtsaktivisten in Pakistan und weltweit beklagen, dass die zum Tode Verurteilten oft keine Chance auf ein faires rechtsstaatliches Verfahren hatten. Millionen Kinder zwischen fünf und vierzehn Jahren müssen in der Islamischen Republik Pakistan als billige und fügsame Arbeitskräfte oft schwere körperliche Arbeit leisten. Gravierend ist auch immer noch die Benachteiligung von Frauen. Zwangsehen sind übliche Praxis. Amnesty International und Human Rights Watch berichten wiederholt von staatlichen Willkürakten wie Folter und Misshandlungen gegen missliebige Personen verschiedenster Art. Der Islam ist Staatsreligion. Pakistan ist auch eine faktische Atommacht und hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet. Es stellen sich schon grundsätzlich wichtige Fragen: Wie sehr menschenfeindlich wird auch im Namen des Islam agiert? Wie steht es um jegliche Art von Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt - begangen von Muslimen? Soll solches Geschehen verharmlost oder gar ausgeblendet werden? So als gäbe es das gar nicht? Dieser 15. März sollte auch Anlaß sein, die dunkle Seite des Islam zu beleuchten und folgende Frage aufzugreifen: Warum ist der Islam weltweit bei so vielen Menschen alles andere als beliebt und akzeptiert?
17.03.22
19:26