Rechtsextremismus

15-Jähriger soll Freund zu Mord an Muslimen aufgefordert haben

In einem WhatsApp-Chat soll ein Jugendlicher versucht haben, einen Bekannten zum Mord an Muslimen oder Juden anzustiften. Jetzt kommt es zum Prozess.

30
04
2021
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Symbolbild: Gerichtsurteile Symbole © shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Gerichtsurteile Symbole © shutterstock, bearbeitet by iQ

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat am Donnerstag vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen 15-jährigen Jugendlichen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen vor, versucht zu haben, einen Bekannten zum Mord an Juden oder Muslimen anzustiften.

Laut Anklage soll der Jugendliche seinem Freund über WhatsApp geschrieben haben, er solle sich ein Messer oder eine Schusswaffe besorgen und damit in einer Synagoge oder einer Moschee ein Attentat verüben. Zur Umsetzung dieser mutmaßlichen Mordfantasien kam es jedoch nicht.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll sich der Schüler aus Oer-Erkenschwick zudem Sprengstoff besorgt und begonnen haben, daraus Bomben zu bauen. Sein Ziel soll es demnach gewesen sein, seinen Vorbildern der rassistischen Terrorattentate von Halle und Christchurch nachzueifern. Konkrete Anschlagspläne soll es noch nicht gegeben haben, als der 15-Jährige im Februar 2020 festgenommen wurde.

Nach zweimonatiger Untersuchungshaft soll der Angeklagte inzwischen in einer betreuten Wohneinrichtung leben und dem rechtsextremen Gedankengut abgeschworen haben, hieß es am Rande des Prozesses. Das Landgericht hat für den Prozess zunächst Verhandlungstage bis Mitte Juli angesetzt. (dpa, iQ)