Corona

Corona-Krise: Migranten vertrauen Politik am meisten

Mit dem Beginn weitreichender Corona-Auflagen Mitte März ist das Zutrauen der Menschen in Politik und Demokratie in Deutschland gewachsen.

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2020
Migrationshintergrund, Politik, Senat © by ITU Pictures auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ
Migrationshintergrund, Politik, Senat © by ITU Pictures auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Mit dem Beginn weitreichender Corona-Auflagen Mitte März ist das Zutrauen der Menschen in Politik und Demokratie in Deutschland gewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das „Integrationsbarometer 2020“ im Auftrag des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Die Entwicklung zeigt sich demnach für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Von einem Migrationshintergrund spricht man, wenn jemand oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Besonders stark war der Zuwachs bei den Befragten ohne Migrationshintergrund: Während hier vor der Corona-Krise knapp 56 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden waren mit dem Funktionieren der Demokratie hierzulande, kletterte der Wert danach auf rund 73 Prozent. Teilnehmer mit Migrationshintergrund waren schon zuvor zufriedener (rund 78 Prozent) und legten etwas weniger zu auf knapp 85 Prozent.

Debatte um Rassismus in Politik und bei Polizei 

Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich auch bei der Frage nach dem Vertrauen in die Politik. „Im betrachteten Zeitraum hat die Politik den Belastungstest Corona-Pandemie mit Blick auf das ihr durch die Bevölkerung entgegengebrachte Vertrauen offenbar bestanden“, schreiben die Autoren.

Das Vertrauen in die Polizei sank seit der Verhängung von Corona-Maßnahmen und damit auch mit der Debatte um Rassismus in den Sicherheitsbehörden leicht, ist bei Menschen mit Migrationshintergrund aber sogar ausgeprägter.

Für die repräsentative Untersuchung wurden Teilnehmer zwischen November 2019 und Anfang August 2020 telefonisch befragt. Die ersten staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wurden also ziemlich genau zur Halbzeit der Befragung Mitte März ergriffen, die allerdings vor dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen im Herbst endete.

Das Zusammenleben zwischen Migranten und Deutschen erachteten die Befragten insgesamt als positiv, bei weitgehend stabilen Werten. „Diese Entwicklung zeigt, dass die Vielfalt in Deutschland von vielen Menschen wertgeschätzt und immer mehr von der Realität zur Normalität wird“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU). (dpa/iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Man lebt in Deutschland nebeneinander her. Und so lange man in Ruhe gelassen wird und nicht dafür belangt wird, warum man so und so ist, ist alles gut.
10.12.20
16:38