Hamburg

Moschee erhält islamfeindlichen Drohbrief

Am Freitag erhielt die Islamische Gemeinde in Hamburg einen islamfeindlichen Drohbrief. Die Polizei ermittelt.

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10
2020
Schweinekopf
Symbolbild: Polizei © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Am Freitag fand eine Moschee in Hamburg einen Drohbrief in ihrem Briefkasten. Ein Umschlag mit zwei DIN-A4 Seiten, auf denen unterschiedliche Abbildungen zu sehen sind, die mit islamfeindlichen Aussagen verziert sind. Der Absender ist unbekannt.

Die Polizei wurde benachrichtigt. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen. Die Gemeinde in Nobistor zeigt sich ruhig.

Die Gemeinde hat den Drohbrief in einer Mitteilung veröffentlicht und dem Absender zu einem Tee eingeladen. „Da hat sich einer die Mühe gemacht und uns diesen Brief gesendet. Aber die 80 Cent hätte man sich sparen können einfach mal kurz reinkommen können. Wir hätten uns bei einer Tasse Tee darüber unterhalten können“, erklärt die Gemeinde auf Facebook.

Deutschland sei „das Land der Anständigen“, und nicht das Land derer, die nicht dazu in der Lage seien ihre Meinung öffentlich zu vertreten, aber anonym Hass und Hetze säen. „Wir sind hier und wir werden hier bleiben!“, betont die Gemeinde.

Jeden zweiten Tag wird eine Moschee angegriffen

In Deutschland hat es im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesregierung statistisch jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe auf eine Moschee gegeben. Demnach gab es 2019 den Angaben zufolge 184 islamfeindliche Angriffe auf Moscheen. Darunter seien 64 Fälle von Volksverhetzung, „zahlreiche Fälle von Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, Beleidigung und Sachbeschädigung“. Auch Bedrohungen sowie Körperverletzungen seien gelistet. Seit Juli vergangenen Jahres häufen sich Drohbriefe und Bombendrohungen gegenüber Moscheen.

 

Leserkommentare

Ethiker sagt:
Das ist das Resultat von dem bis heute verzerrten Bild ueber islamische Grundlehren. Kein einiziger Gewaltakt ist mit den Buechern des Fiqh nur annaehrend im Einklang zusammen zubringen. Das weiß ein jeder der auch nur etwas Kenntnis über islamische Grundlehren besitzt. Die Gewaltakte sind Reaktionen auf politische, soziale und auch nicht selten pathologische Gegebenheiten. Das Problem in den Glaubenslehren zu suchen wird vergebens bleiben.
24.10.20
15:33