Sondergesetz

Volker Beck gegen Islamgesetz in Deutschland

Grünen-Politiker Volker Beck lehnt ein Islamgesetz für Deutschland ab. Ein Sondergesetz für Muslime sei absurd und diskriminierend. Muslime müssten nicht daran erinnert werden, dass sie anderen Religionsgemeinschaften gegenüber ohnehin schon rechtlich benachteiligt seien.

26
02
2015

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, lehnt ein Islam-Gesetz für Deutschland ab. Da es in Deutschland keine Amtskirche gebe und gleichzeitig die Religionsfreiheit unabänderlichen Verfassungsrang habe, sei ein solches Gesetz nach österreichischem Vorbild „nicht vorstellbar“, sagte der Politiker am Donnerstag in Berlin. „Die Absurdität eines solchen Sondergesetzes wird einem vielleicht klarer, würde man auch ein ‚Juden-Gesetz‘ oder ‚Christen-Gesetz‘ fordern“, so Beck. Die Muslime müssten nicht daran erinnert werden, dass sie sich an geltendes Recht zu halten hätten.

Das österreichische Gesetz enthalte jedoch viele Forderungen, die auch in Deutschland diskutiert würden, so Beck weiter: den universitären Ausbau islamischer Theologie und die Ausbildung von Imamen in Deutschland, islamischen Schulunterricht und muslimische Seelsorge sowie die Beachtung von religiösen Speisevorschriften. Für entsprechende Änderungen bedürfe es jedoch keines Gesetzes, sondern ernst gemeinter Integrationsbemühungen, erklärte der Grünenpolitiker.

Österreichischer Außenminister empfielt Islamgesetz für Deutschland

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatte erklärt, er halte ein Islam-Gesetz auch in Deutschland für sinnvoll. Bestimmte Problemstellungen im Umgang mit dem Islam seien sehr ähnlich. Insofern glaube er, dass einige der in Österreich erarbeiteten Regeln auch in Deutschland funktionieren würden.

Das am Mittwoch im Wiener Parlament verabschiedete Gesetz sieht unter anderem vor, dass islamische Gemeinden nicht mehr aus dem Ausland finanziert werden dürfen. Vom Ausland bezahlte Imame dürfen in der Alpenrepublik zudem nicht mehr predigen. „Wir wollen nicht, dass Imame, die Angestellte anderer Staaten sind, in unseren Moscheen predigen“, sagte Kurz. „Ich fände es auch befremdlich, wenn die deutsche Bundeskanzlerin Pastoren zu uns schicken würde, die Angestellte der deutschen Regierung sind.“(KNA/iQ)

Leserkommentare

Margot sagt:
Zum einen ist es mal überhaupt nicht relevant, was ein österreichischer Politiker meint, welche Gesetze wir in Deutschland brauchen können. Ebensowenig, wie es einen türkischen Politiker etwas angeht. Zum anderen frage ich mich allerdings, weshalb Herr Beck etwas ablehnt, was bisher in Deutschland noch niemand gefordert hat. Ich höre die deutschen Massen nicht nach einem Islamgesetz rufen.
26.02.15
16:13
SoWas sagt:
@Margot: .... weil Herr Beck zwischenzeitlich die Rolle von Frau Roth übernommen hat ... hysterisches Kreischen ohne Grundlage.... und der Grundgedanke, dass vom Ausland bezahlte Imame nicht mehr predigen darf, denn finde ich eigentlich richtig.
16.12.15
11:00
Johannes Disch sagt:
Ich gebe Volker Beck selten Recht, aber in diesem Fall hat er Recht. Es braucht weder ein "Integrationsgesetz" und schon gar kein "Islamgesetz." So etwas würde Muslime stigmatisieren, und das ist mit unserer Verfassung unvereinbar. Unser GG garantiert Religionsfreiheit als unveräußerliches Grundrecht, was auch für Muslime und ihren Glauben, den Islam, gilt, so weit dieser im Rahmen unserer Rechtsordnung interpretiert und praktiziert wird. Und die meisten Muslime hier verstehen und leben ihren Glauben auch so. Alle anderen Auslegungen-- politisch-fundamentalistisch-extremistische Auslegungen-- stehen bereits unter Strafe und fallen nicht unter Religionsfreiheit, weshalb es kein "Sondergesetz" für Muslime braucht. lg Johannes Disch
25.12.15
16:40