Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Bedeutung von Gelehrten und verlässlicher Wissensvermittlung im Islam. Der Prophet Muhammad (s) sei nicht nur als Gesandter, sondern auch als Lehrer gesandt worden, um den Menschen den Glauben zu vermitteln. Gelehrte und Imame würden dieses Erbe weitertragen und Wissen, Weisheit und Orientierung an kommende Generationen weitergeben.
Gelehrte seien nicht allein Menschen mit umfangreichem Wissen. Sie sollten dabei helfen, richtig von falsch zu unterscheiden, verlässliches Wissen zu vermitteln und Lösungen für gesellschaftliche Fragen zu finden. Ihr Wissen und ihr eigenes Verhalten könnten zugleich als Vorbild dienen.
In einer Zeit, in der Informationen leicht zugänglich seien, werde es zunehmend wichtig, zwischen richtigen und falschen Informationen zu unterscheiden. Kurze Videos, unbekannte Quellen oder Suchmaschinenergebnisse seien kein Ersatz für fundiertes religiöses Wissen. Deshalb solle man bei Fragen vertrauenswürdige Gelehrte und Imame konsultieren und Kinder und Jugendliche zum Lernen ermutigen, damit Wissen weitergegeben werde und der Gesellschaft erhalten bleibe.
Die Freitagspredigt der Türkisch Islamischen Union e.V. (DIITB) behandelt den Wechsel der Jahreszeiten und die Zeichen Allahs in der Schöpfung. Der Mensch solle Natur und den Unterschied zwischen Tag und Nacht nicht nur betrachten, sondern darüber nachdenken und dadurch seine Beziehung zu Allah stärken.
Der bevorstehende Winter werde als besondere Gelegenheit zur geistigen Erneuerung beschrieben. Der Prophet Muhammad (s) habe den Winter als „Frühling des Mumin“ bezeichnet, da die kurzen Tage das freiwillige Fasten erleichterten und die langen Nächte mehr Zeit für Gebet, Koranrezitation, Zikr, Bittgebete und die Bitte um Vergebung böten. Das Fasten im Winter werde dabei als besonders leicht beschrieben.
Die Gläubigen seien dazu aufgerufen, die kalte Jahreszeit für gute Taten und die Nähe zu Allah zu nutzen. Auch die gemeinsame Zeit mit der Familie solle gestärkt werden, etwa durch gemeinsames Koranlesen und gute Gespräche mit den Kindern.
In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) wird diese Woche die sorgfältige Ausführung der Säulen des rituellen Gebets thematisiert. Das sogenannte ta’dīl al-arkān bezeichnet die ruhige und ordnungsgemäße Ausführung von Qiyām (Stehen), Rukū (Verbeugung) und Sadschda (Niederwerfung).
Die einzelnen Gebetshandlungen sollten bewusst und ohne Eile ausgeführt werden. Die Gelehrten bewerten die Vernachlässigung des ta’dīl al-arkān unterschiedlich, sehen darin jedoch eine wichtige Voraussetzung für ein korrekt verrichtetes Gebet. Sorgfältig ausgeführt, fördere das Gebet Demut und Ehrfurcht.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.