Verbotsverfahren

Ataman fordert AfD-Verbotsverfahren

Nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD fordert Ferda Ataman, ein Parteiverbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht einzuleiten.

22
09
2026
Ferda Ataman
Ferda Ataman spricht über die Rolle der Medien © Foto: Sarah Eick

Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman drängt auf ein Verbotsverfahren gegen die AfD. Nach den jüngsten Landtagswahlen dürfe die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, während eine Partei, die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, weiter an Zustimmung gewinnt, erklärte Ataman.

„Rechtsextremisten lassen sich nicht mit Abschiebungen wegregieren“, sagte sie mit Blick auf die Migrationspolitik der Bundesregierung. Die Verantwortlichen müssten sich ihrer Verantwortung stellen und die Möglichkeiten nutzen, die das Grundgesetz für den Schutz der Demokratie vorsehe.

Ataman kritisierte insbesondere, dass ein mögliches Verbotsverfahren aus politischen Gründen ausgebremst werde. Das sei „fahrlässig und falsch“. Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung könnten einen entsprechenden Antrag beim Bundesverfassungsgericht stellen.

Warnung vor Folgen für Betroffene

Ataman verwies zudem auf Menschen, die besonders häufig Ziel rechtsextremer Hetze und Gewalt werden. Dazu zählte sie unter anderem Jüdinnen und Juden, Muslime, Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderungen sowie queere Menschen.

Es gehe deshalb nicht allein um die AfD als Partei, sondern auch um die Frage, wie konsequent der Staat Menschen schütze, die von Rechtsextremismus betroffen seien.

Hintergrund sind die jüngsten Wahlergebnisse: In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurde die AfD jeweils stärkste Kraft. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus erreichte sie den dritten Platz.

Ein Parteiverbot ist in Deutschland allerdings an hohe verfassungsrechtliche Voraussetzungen geknüpft. Über ein solches Verfahren entscheidet letztlich das Bundesverfassungsgericht.

Leserkommentare

Joachim sagt:
Menschen wie Frau Ataman, von denen es auch besorgniserregend viele in den neulich abgewählten Parteien gibt, sind die eigentliche Gefahr für die Demokratie. Auch ich stimme überhaupt nicht mit der AfD überein, aber das ist völlig unerheblich. Ataman hat nicht verstanden, dass Demokratie nur die Souveränität des Volkes sein kann, was nicht bedeuten kann, dass man autoritär einen Teil des Souveräns einfach von der Demokratie ausschließt, weil sie eine andere Meinung vertreten. Welche Autorität (sic!) sollte dazu befugt sein? Selbst das KPD-Verbot hätte normalerweise damals scheitern müssen und stellt den ersten gravierenden Bruch einer selbstherrlichen Elite mit dem Grundgesetz dar. Sie verstehen "unsere Demokratie" falsch, Frau Ataman, Sie verstehen das besitzanzeigende Fürwort "unsere" so, als gehöre die Demokratie Ihnen. und Ihren Freunden.
24.09.26
13:01