Islamfeindlichkeit

231 islamfeindliche Straftaten im ersten Halbjahr registriert

Im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres sind 231 islamfeindliche Straftaten erfasst worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. 127 Tatverdächtige wurden ermittelt, Festnahmen gab es keine.

10
08
2026
0
Islamfeindlicher Schriftzug in Wuppertal © KZ, bearbeitet by islamiQ
Islamfeindlicher Schriftzug in Wuppertal © KZ, bearbeitet by islamiQ

n Deutschland sind im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 231 islamfeindliche Straftaten registriert worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Lamya Kaddor, Schahina Gambir, Marlene Schönberger und weiterer Abgeordneter hervor. Die Zahlen beziehen sich auf das Unterthemenfeld „Islamfeindlich“ der politisch motivierten Kriminalität und haben vorläufigen Charakter.

Von den 231 Fällen wurden 33 im Internet registriert. Insgesamt ermittelte die Polizei 127 Tatverdächtige. Festgenommen wurde nach Angaben der Bundesregierung niemand.

44 Fälle entfielen auf den Straftatbestand der Volksverhetzung. 13 Fälle betrafen das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zudem wurden elf Gewaltdelikte, neun Fälle von Nötigung oder Bedrohung und drei Sachbeschädigungen erfasst. Die übrigen 47 Fälle wurden unter „andere Straftaten“ geführt.

Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025, in dem 543 islamfeindliche Straftaten registriert wurden, fällt die Zahl deutlich niedriger aus. Auch im ersten Halbjahr 2025 waren mit 489 Fällen mehr als doppelt so viele Taten erfasst worden. Die Bundesregierung weist allerdings darauf hin, dass die Zahlen für 2026 noch durch Nach- und Änderungsmeldungen verändert werden können.

Mehr Islamfeindlichkeit auf dem Arbeitsmarkt

Auch bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gingen Meldungen ein. Am häufigsten betrafen sie den Arbeitsmarkt mit 58 Fällen sowie private Dienstleistungen und den Zugang zu Gütern mit 42 Fällen. Weitere Meldungen kamen unter anderem aus den Bereichen Bildung (13), Justiz und Polizei (12), Gesundheit und Pflege (10) sowie dem öffentlichen Raum (9).

Die Zahl der islamfeindlichen Straftaten wird im Rahmen des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes in Fällen politisch motivierter Kriminalität (KPMD-PMK) erfasst.

Betroffene besser schützen

Der Generalsekretär der Islamsichen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Ali Mete, erklärt auf Anfrage von IslamiQ, dass die Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass Islamfeindlichkeit weiterhin ein ernstzunehmendes Problem in Deutschland sei. „231 registrierte Straftaten allein im ersten Halbjahr sind 231 Fälle zu viel. Zugleich müssen wir berücksichtigen, dass nicht jede antimuslimische Erfahrung zur Anzeige gebracht oder als solche erfasst wird“, so Mete. Entscheidend sei daher, dass Betroffene ernst genommen und konsequent geschützt werden.