Berlin

49 islamfeindliche Straftaten im ersten Halbjahr erfasst

In Berlin wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 50 islamfeindliche Straftaten erfasst. Die Täter werden hauptsächlich dem rechten Spektrum zugeordnet. 

07
09
2021
Moscheen in Europa
Symbolbild: Şehitlik Moschee in Berlin

Im ersten Halbjahr 2021 wurden in Berlin 49 islamfeindliche Straftaten erfasst, wie aus einer Recherche von IslamiQ hervorgeht. Die Täter kommen demnach hauptsächlich aus dem rechten Spektrum (45 von 49). Dabei wurde ein Opfer schwer und 19 weitere leicht verletzt. 12 Opfer blieben unverletzt, bei einem Opfer liegen keine Angaben zur Schwere der Verletzung vor, teilte die Pressestelle der Berliner Polizei auf Anfrage mit.

Bei den 49 islamfeindlichen Straftaten von Januar bis Juni 2021 konnten 22 Tatverdächtige ermittelt werden. Dabei kam es zu einer Verhaftung. Wie viele Ermittlungsverfahren wegen islamfeindlichen Straftaten eingeleitet wurden, konnte die Generalstaatsanwaltschaft nicht mitteilen. Eine solche Statistik werde nicht geführt.

Als Konsequenz aus dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau und mehreren rechtsextremistischen Attentaten hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Februar 2020 angekündigt den Schutz von Moscheen und Synagogen dauerhaft zu stärken. So wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres keine Moschee in Berlin angegriffen.

Bundesweit 212 antimuslimische Straftaten

Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden insgesamt 212 islamfeindliche Straftaten auf Muslimen und Moscheen verzeichnet. Die endgültigen Zahlen dürften laut Experten durch Nachmeldungen jedoch wie üblich noch steigen. Zu den Vorfällen zählten Volksverhetzung, Beleidigungen, Beschimpfungen, Störung der Religionsausübung und Sachbeschädigung.

Damit setzte sich der rückläufige Trend aus dem ersten Quartal fort, in dem die Behörden 113 Übergriffe verzeichnet hatten. Seit Jahresbeginn gibt es weniger als halb so viele Taten wie im Vorjahreszeitraum, wie es hieß. Dagegen waren es im letzten Quartal 2020 laut Bundesregierung noch 225 Straftaten gewesen.

Leserkommentare

stratmann sagt:
Ganz, ganz schlimm finde ich die vielen Diskriminierungen und Ausschreitungen gegen Muslime in Deutschland. Doch obwohl ich von sehr Vielem im Islam sehr angetan bin und im Bekanntenkreis viele meinten, ich würde bald konvertieren oder ich sei Muslim, muss ich vor einer schlimmen Tendenz bei IslamiQ warnen: Muslime werden immer wieder als Opfer dargestellt. Muslimische Täter dagegen wer- den kleingeredet. Man spricht von antimuslimischem Rassismus; einen muslimischen Rassismus kennt IslamiQ nicht bzw. schweigt diesen tot. Doch Schüler, Eltern und Leh- rer kennen diesen sehr wohl !!. Leider erlebe ich zu oft bei Podiumsdiskussionen seitens muslimischer Vertreter (aber auch bei evangelischen Kirchenvertretern) in dieser Frage eine Vertuschungsmentalität. Wenn auch alle Übergriffe von Muslimen in Schulen, Einkaufszentren, öffentlichem Nahverkehr, Parkanlagen, usw. ebenfalls systematisch auf Meldeportalen erfasst würden, wäre das Ergebnis solcher Meldeportale am Ende schlimm: Die wechselseitige Sorge würde hochgeschaukelt und am Ende ein umbefangenes Mitein- ander sehr erschwert. Opfer und Täter gibt es jeweils hier und dort - das sollte auch IslamiQ widerspiegeln. IslamiQ spricht so häufig von der Umma, der religiösen Gemeinschaft aller Muslime. Was den weltweiten Terror angeht, vermisse ich bei IslamiQ eine grundsätzliche geistige Aus-einandersetzung mit den muslimischen Theoretikern, die entweder keinen eindeutigen Trennstrich zu religiösem Zwang und Gewalt ziehen oder sogar dies ausdrücklich bejahen.
07.09.21
21:41
Vera sagt:
Hier werden interessante Berliner und bundesweite Zahlen angeführt, die hauptsächlich dem rechten Spektrum zugeordnet werden, wie oben genannt. Dem Bundesamt für Verfassungsschutz liegen auch andere und sehr interessante Zahlen vor, die keinesfalls unter den Tisch fallen dürfen und unbedingt eine Erwähnung verdienen. >> Rubrik Kriminalität, Recht & Justiz: Die Anzahl der Islamisten in Deutschland für das Jahr 2020 beträgt insgesamt 28.715 Personen, die im Verfassungsschutzbericht als Mitglieder bzw. Anhänger in islamistischen Organisationen in Deutschland ausgewiesen sind. Die Bundeszentrale für politische Bildung betont, daß es auch Islamisten gibt, die keine Gewalt einsetzen bei der hartnäckigen Verfolgung ihrer Ziel-Vision eines islamischen Staats, also der Errichtung einer allein islamisch legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung - mit institutioneller Verankerung des Islam inklusive Scharia-Justiz auf allen Ebenen. Und bei gleichzeitiger Ablehnung der Prinzipien von Individualität, Menschenrechten, Pluralismus, Säkularität und Volkssouveränität. Der islamische Extremismus ist gegen den demokratischen Verfassungsstaat gerichtet und steht daher auch unter ständiger Beobachtung zur Straftatenabwehr und zum Schutz der Bevölkerung vor Terror und Gewalt. Vielleicht gibt es islamfeindliche Straftaten auch deshalb, weil sich der Islam auch als religiöser Extremismus, als politischer Fundamentalismus und als ideologischer Totalitarismus mit "totalitärem Denken" präsentiert. Der Islam - die unendliche Geschichte.
10.09.21
2:49