Ein 54-Jähriger ist in Brüssel ums Leben gekommen, nachdem er sich schützend vor eine Frau gestellt haben soll, die in einer Straßenbahn islamfeindlich und rassistisch beleidigt wurde. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Ein 54-jähriger Mann ist in Brüssel gestorben, nachdem er nach Behördenangaben einer Frau zu Hilfe gekommen war, die in einer Straßenbahn rassistisch und islamfeindlich beleidigt worden sein soll. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen.
Wie der belgische öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete, ereignete sich der Vorfall am 23. Juli in einer Straßenbahn der Linie 55 im Stadtteil Evere. Demnach griff der aus Schaerbeek stammende Ladenbesitzer Driss Atouane ein, als ein Mann eine Frau beleidigte und dabei rassistische sowie islamfeindliche Äußerungen machte. Daraufhin soll der Verdächtige den 54-Jährigen angegriffen und schwer verletzt haben.
Atouane wurde in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch seinen Verletzungen.
Die stellvertretende Sprecherin der Brüsseler Staatsanwaltschaft, Aurélie-Anne De Vos, bestätigte, dass die Polizei wenige Minuten nach der Tat am Einsatzort eintraf und den Verdächtigen festnahm. Dieser befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Auf Anordnung des Ermittlungsrichters wurde zudem ein psychiatrisches Gutachten veranlasst.
Hasan Koyuncu, künftiger Bürgermeister der Gemeinde Schaerbeek von der Sozialistischen Partei, würdigte das Verhalten des Getöteten. „Beim Versuch, jemanden zu schützen, das Leben zu verlieren, ist eine unerträgliche Ungerechtigkeit“, schrieb er in den sozialen Medien. Er hoffe, dass Gerechtigkeit hergestellt werde und der Mut von Driss Atouane nicht in Vergessenheit gerate.
Der 54-Jährige war im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek als Betreiber eines Supermarkts bekannt. Nach seinem Tod wurden in sozialen Netzwerken zahlreiche Beileidsbekundungen veröffentlicht. Die Hintergründe der Tat werden weiterhin von den belgischen Ermittlungsbehörden untersucht.