Gaza-Genozid

Drohnenangriff auf Gaza-Hilfsschiff der Global Sumud Flotilla in Tunesien

Trotz Drohnenangriff auf ein Schiff in Tunesien setzt die Global Sumud Flotilla ihre Mission fort – um die Blockade zu durchbrechen und Hilfe nach Gaza zu bringen.

09
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2025
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Drohnenangriff auf Global Sumud Flotilla (c)privat, bearbeitet by iQ
Drohnenangriff auf Global Sumud Flotilla (c)privat, bearbeitet by iQ

Ein Schiff der Global Sumud Flotilla, die mit humanitären Hilfsgütern den belagerten Gazastreifen erreichen will, ist in tunesischen Gewässern Ziel eines mutmaßlich gezielten Angriffs geworden. Die Organisatoren sprechen von einem Drohnenbeschuss, der einen Brand an Bord ausgelöst habe.

Nach Angaben der Flotilla traf ein Sprengsatz, abgeworfen von einer über dem Schiff schwebenden Drohne, Rettungswesten und führte zu einer Explosion. In einem von der Organisation veröffentlichten Video ist zu sehen, wie ein Feuerball auf das Schiff herabstürzt und dort mit grellem Licht einschlägt. Der Brand verursachte Schäden auf dem Hauptdeck und im Lagerraum, alle sechs Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Das Schiff segelt unter portugiesischer Flagge.

Die Bewegung Global Sumud Flotilla wertet den Angriff als Versuch, die größte internationale Hilfsmission dieser Art zu stoppen. Aktivistinnen und Aktivisten aus 44 Ländern sind beteiligt, darunter auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Trotz des Angriffs kündigte die Flotilla an, ihre Fahrt in den Gazastreifen unbeirrt fortzusetzen.

Behörden stellen Darstellung infrage

Die tunesischen Behörden bestreiten einen Angriff und erklärten, das Feuer sei durch eine brennende Rettungsweste ausgelöst worden. Als mögliche Ursache wurde eine weggeworfene Zigarettenkippe genannt. Diese Darstellung steht im deutlichen Widerspruch zu den veröffentlichten Videos und den Berichten der Besatzung, die eine Drohne wenige Meter über ihren Köpfen beobachtet haben will.

UN-Berichterstatterin fordert Aufklärung

Francesca Albanese, unabhängige UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, zeigte sich erschüttert. Sie forderte eine unabhängige Untersuchung und wies darauf hin, dass die Flotilla bereits im Vorfeld Drohungen aus Israel erhalten habe. Albanese erinnerte daran, dass schon frühere Hilfsflotten mutmaßlichen Drohnenangriffen ausgesetzt waren – zuletzt im Mai 2025 vor Malta.

Fortgesetzter Widerstand

Die Global Sumud Flotilla, die Anfang September von Barcelona aus aufbrach, versteht ihre Mission als gewaltfreien Widerstand gegen die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade. Während Israel bislang jede Durchbrechung der Blockade verhinderte, wollen die Organisatoren diesmal mit einer breiten internationalen Allianz Druck auf die Regierungen ausüben, den Schutz der Schiffe zu gewährleisten.