Michigan

Abdul El-Sayed könnte erster muslimischer Senator der USA werden

Der Demokrat Abdul El-Sayed hat die Vorwahl seiner Partei in Michigan gewonnen. Er könnte damit als erster Muslim in den US-Senat einziehen. Im Wahlkampf setzt er auf soziale Themen und kritisiert die US-Unterstützung für Israel.

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Abdulrahman Mohammed El-Sayed hat die demokratische Vorwahl für einen Sitz im US-Senat im Bundesstaat Michigan gewonnen. Der 41-Jährige könnte damit der erste Muslim werden, der in den US-Senat einzieht. Bei der Wahl im November tritt er gegen den Republikaner Mike Rogers an.

El-Sayed, der Sohn ägyptischer Einwanderer, erzählt im Wahlkampf häufig von den Hürden, die er als Muslim in den USA erlebt hat. „Ich habe einen Vornamen, der elf Buchstaben hat“, sagt er bei Auftritten. Für die Aussprache müsse man Teile des Halses benutzen, von denen die meisten Menschen nicht wüssten, dass sie sie hätten. „Jemand wie ich ist nicht dafür bestimmt, um ein politisches Amt anzutreten.“

“Hässliche Seite Amerikas“ kennengelernt

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 habe er die „hässliche Seite Amerikas“ kennengelernt, berichtet El-Sayed. Er sei auf der Straße rassistisch beschimpft worden, während sich Mitschüler über sein Hummus-Essen lustig gemacht hätten.

Zunächst entschied er sich gegen eine politische Laufbahn und wurde Epidemiologe. 2015 stieg er in Michigan zum Leiter einer Gesundheitsbehörde auf. Bereits 2007 hatte der frühere Präsident Bill Clinton den jungen Mediziner nach dessen Abschlussrede ermutigt, in die Politik zu gehen.

2018 kandidierte El-Sayed erstmals für das Gouverneursamt in Michigan, unterlag jedoch in der demokratischen Vorwahl. Heute setzt er auf einen wirtschaftspolitisch populistischen Kurs, fordert eine bessere Gesundheitsversorgung und eine stärkere Unterstützung sozial benachteiligter Menschen.

Kritik gegen Israel

Im aktuellen Wahlkampf positioniert er sich zudem deutlich gegen US-Militärhilfen für Israel. Seine Kritik an der proisraelischen Lobbyorganisation AIPAC brachte ihm auch Gegenwind ein. In der Vorwahl setzte er sich dennoch knapp durch. Nun steht für ihn die entscheidende Bewährungsprobe im November an.