Islamfeindlichkeit

104 Angriffe auf Muslime und Moscheen im ersten Quartal erfasst

In den ersten drei Monaten 2026 sind bundesweit 104 islamfeindliche Straftaten registriert worden. Auch in den Vorjahren blieb die Zahl der Angriffe auf Muslime hoch, insbesondere im Internet.

23
06
2026
0
Islamfeindliche Schmierereien in Wuppertal
Islamfeindliche Schmierereien in Wuppertal

Im ersten Quartal des laufenden Jahres sind bundesweit 104 islamfeindliche Angriffe auf Muslime registriert worden. 50 davon wurden online begangen. Vier Taten richteten sich gezielt gegen Moscheen, wie aus einer der IslamiQ-Redaktion vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage hervorgeht. Der Großteil der Angriffe wird dem rechten Spektrum zugeordnet.

Bei den Angriffen wurden drei Menschen leicht verletzt. Schwerverletzte oder Todesopfer gab es nicht. Insgesamt konnten 57 Tatverdächtige ermittelt werden. Festnahmen oder Haftbefehle gab es nicht.

Zu den erfassten Straftaten zählten neben Körperverletzung auch Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung sowie die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Mehrheitlich wurden die Delikte auch im Internet verübt.

1828 Angriffe im Jahr 2025 erfasst

Im Vergleich zu den Vorjahren bleibt die Lage für Muslime weiterhin angespannt: 2024 wurden 2.115 Angriffe auf Muslime registriert, 2025 waren es 1.828 Fälle. Auch wenn ein leichter Rückgang sichtbar ist, bewegen sich die Zahlen weiterhin auf hohem Niveau. Im Jahr 2025 wurden 879 Fälle registriert, die im Internet verübt wurden.

Islamfeindlichkeit im Internet – „massenhaft und anonym“

„Die aktuellen Zahlen bestätigen eine Entwicklung, die wir seit Jahren beobachten und die sich in den letzten Jahren in drastischer Weise zugespitzt hat“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Nach seiner Einschätzung zeigen die erfassten Daten, dass islamfeindliche Straftaten kein Randphänomen seien, sondern ein strukturelles Problem blieben.

Besonders alarmierend sei die Verlagerung in digitale Räume. „Das Internet ist längst kein geschützter Raum mehr, sondern für viele Betroffene ein Ort permanenter Anfeindung“, sagt Mete. Diese Entwicklung verschärfe die Wirkung der Taten, da sie schnell, massenhaft und oft anonym verbreitet würden.