Vereinten Nationen

UN setzt Israel wegen sexualisierter Gewalt gegen Palästinenser auf schwarze Liste

Die UN setzt israelische Behörden wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Gefangene auf ihre schwarze Liste. Israel weist die Anschuldigungen zurück.

01
06
2026
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Symbolbiild: Kunst © Shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbiild: Kunst in Palästina © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Die Vereinten Nationen haben israelische Behörden auf ihre schwarze Liste für sexualisierte Gewalt in Konflikten gesetzt. Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe systematischer Misshandlung und sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Gefangene. Betroffen sind unter anderem der israelische Strafvollzugsdienst sowie weitere Sicherheits- und Militärstrukturen.

Israels UN-Botschafter Danny Danon verurteilte die Entscheidung scharf und sprach von einem moralischen Versagen der Vereinten Nationen. Er kritisierte insbesondere, dass israelische Behörden auf derselben Liste geführt werden wie bewaffnete Gruppen wie die Hamas.

Systematische sexualisierte Gewalt gegen Palästinenser

UN-Generalsekretär António Guterres hatte Israel bereits im August 2025 unter Beobachtung gestellt. Grundlage waren Berichte über einen „glaubhaften Verdacht“ auf systematische sexualisierte Gewalt gegen palästinensische Gefangene. Dokumentiert wurden unter anderem Genitalgewalt, erzwungene Nacktheit sowie erniedrigende und missbräuchliche Leibesvisitationen.

Menschenrechtsorganisationen und das UN-Menschenrechtsbüro hatten diese Vorwürfe wiederholt erhoben und auf Aussagen ehemaliger Gefangener sowie Berichte israelischer Whistleblower verwiesen. Besonders das Militärlager Sde Teiman geriet international in den Fokus, nachdem dort Berichte über Misshandlungen, Entwürdigungen und schwere Menschenrechtsverletzungen öffentlich wurden.

Genozid in Gaza

Die Entscheidung der UN fällt vor dem Hintergrund des anhaltenden Genozids in Gaza, der weltweit massive Proteste und Forderungen nach Rechenschaft ausgelöst hat. Während Israel die Vorwürfe gegen seine Behörden zurückweist und auf Verbrechen der Hamas verweist, wächst international der Druck, Menschenrechtsverletzungen auf allen Seiten unabhängig zu untersuchen und strafrechtlich zu verfolgen.

Die Hamas war bereits im August 2025 auf die schwarze Liste der Vereinten Nationen gesetzt worden. Grundlage dafür waren Untersuchungen zur sexualisierten Gewalt während der Angriffe vom 7. Oktober 2023 und der anschließenden Geiselnahmen.

Als Reaktion auf die Aufnahme israelischer Behörden erklärte Danon, Israel werde die Zusammenarbeit mit dem Büro des UN-Generalsekretärs aussetzen. Zugleich stellte er die Legitimität der Entscheidung infrage und erklärte, Israel werde auf einen „fairen und professionellen“ Nachfolger von Guterres warten, dessen Amtszeit voraussichtlich Ende des Jahres endet.