Kopftuch an Schulen: Verband fordert klare Regeln für Lehrerinnen
In der Schweiz will der Lehrerverband neue Regeln zum Kopftuch an Schulen festlegen: Schülerinnen dürfen es tragen, Lehrerinnen sollen darauf verzichten. Die Debatte über Neutralität und Religionsfreiheit spitzt sich weiter zu.
Schon vor Gesetzesreform erlaubt Berlin Lehrerinnen mit Kopftuch (c)shutterstock, bearbeitet by iQ
In der Schweiz verschärft sich die Debatte um das Kopftuch im Schulalltag. Der Dachverband der Lehrpersonen (LCH) will in Kürze ein Positionspapier zu Kleidervorschriften verabschieden, das insbesondere den Umgang mit religiösen Symbolen regelt.
Nach einem internen Entwurf soll künftig zwischen Schülerinnen und Lehrpersonen unterschieden werden. Während Schülerinnen weiterhin ein Kopftuch tragen dürfen, sollen Lehrerinnen im Unterricht auf sichtbare religiöse Symbole verzichten. Begründet wird dies mit der konfessionellen Neutralität öffentlicher Schulen, die für Lehrpersonen besonders strikt gelten müsse.
Innerhalb des Verbandes ist die Position umstritten
Der Entwurf verweist zudem auf ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts aus dem Jahr 1997, das ein Kopftuchverbot für eine Lehrerin bestätigte und später vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gestützt wurde. Innerhalb des Verbandes ist die Position jedoch umstritten. Präsidentin Dagmar Rösler spricht von einer schwierigen und kontroversen Debatte zwischen rechtlichen Vorgaben und unterschiedlichen pädagogischen Haltungen.
Auch politisch sorgt das Thema für Konflikte. Bürgerliche Politikerinnen und Politiker fordern zunehmend Einschränkungen für Kopftücher bei Lehrpersonen und verweisen auf die Vorbildfunktion im Schulunterricht. Im vergangenen Jahr hatte ein Fall im Kanton St. Gallen, bei dem eine Lehrerin ihre Stelle wegen ihres Kopftuchs nicht antreten durfte, die Debatte weiter angeheizt. Das Egerkinger Komitee prüft zudem eine Volksinitiative für ein umfassenderes Kopftuchverbot an Schulen.
Auf der anderen Seite warnen linke Parteien vor Eingriffen in die Religionsfreiheit. Die SP sieht Kopftuchverbote für Lehrpersonen als unverhältnismässig und diskriminierend, betont jedoch zugleich die Bedeutung religiöser Neutralität im öffentlichen Bildungsraum. Damit bleibt offen, wie Schulen künftig mit religiösen Symbolen umgehen sollen – zwischen Neutralitätsanspruch, Religionsfreiheit und gesellschaftlicher Spannungszone.
Eine Lehrerin mit Kopftuch ist für die Behörden offenbar das größere Risiko als 'rechte' Lehrerinnen - also auch Lehrtkräfte ?
Darf ein jüdischer Lehrer dann auch nicht mit der Kippa unterrichten ?
Dem gegenüber meine Wahrnehmung währe4nd meiner bundesweiten Workshop-Projekte ("Mit bunten arben gegen braune Parolen") dass immer wieder muslimische Schülerinnen und Schüler antisemitische Hassbotschaften mit beeindruckernden friedlich-solidarischen Antworten verfremdet haben!
12.04.26
17:54
Marco Polo sagt:
Hier ist von "Eingriffen in die Religionsfreiheit" zu lesen. Warum lese ich hier gar nichts über religiöses Dominanzstreben islamisch aktiver Gruppierungen und Machtstrukturen?
12.04.26
18:36
Irmela Mensah-Schramm sagt:
Meine Antwort zu Marco Polo:
Sicher gibt es sich radikalisierte islamische Gruppierungen, dier aber ganz sicher auch grfördert werden durch manche irrsinnige Maßnahmnen der Politik! Man muß sich mal die fundamentalistisch agierenden christlichen Gruppen ansehhen!
Die fanatisch agierenden jüdischen Siedler in Gaza sind wohl für manche o.k.?
13.04.26
8:12
grege sagt:
Terroranschläge und Extremismus lassen sich nicht durch die Reaktionen mancher Politiker rechtfertigen. Das gilt um so mehr, dass gerade die meisten Muslime hier Migrationshintergrund haben und dankbar sein sollten, dass sie dieses Land überhaupt aufgenommen hat. Hier in Europa sind es ausschließsslich muslimische Extremisten, die Terroranschläge begehen. Anschläge durch jüdische oder christliche oder hinduistische Personen gibt es hierzulande nicht, darüber mal nachdenken.
15.04.26
22:38
Marco Polo sagt:
Frau Mensah-Schramm bitte beachten Sie: Wir sind hier definitiv nicht in Gaza. Ich kenne zudem keine fundamentalistisch agierenden christlichen Gruppen, die derartig bedrohliche und barbarische Aktivitäten lostreten und befürworten, wie sie von islamisch-extremistischer Seite her konkrete Realität sind und auch noch wahnhaft verherrlicht und glorifiziert werden.
Unliebsame Maßnahmen der Politik, die Sie hier als "irrsinnig" bezeichnen, sollen wohl radikalisierte islamische Gruppenaktivitäten als gerechtfertigt und in Ordnung erscheinen lassen?
Differenzierung ist nötiger denn je. Die Gaza-Problematik muss in der Palästina-Region gelöst werden. Fanatische Aufmärsche martialischer Art - rund um die Gaza-Thematik - haben auf deutschen Strassen nichts verloren und sind als destruktiv & toxisch abzulehnen.
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