Mevlüde Genç verlor bei einem Brandanschlag in Solingen fünf Familienmitglieder. Dennoch rief sie danach zur Versöhnung auf. Zweieinhalb Jahre nach ihrem Tod wird ein nach ihr benannter Platz nun einer von 52 Frauenorten in NRW.

Die Stadt Solingen hat einen besonderen Ort des Gedenkens und der Würdigung für Mevlüde Genç geschaffen. Mit der Auszeichnung „FrauenOrt NRW“ soll das Engagement der 2022 verstorbenen Frau gegen Hass und für Versöhnung gewürdigt werden, wie der WDR berichtet. Genç hatte bei dem rassistischen Brandanschlag von Solingen am 29. Mai 1993 fünf Angehörige verloren.
Der neu geschaffene Frauenort liegt in der Nähe ihres Wohnhauses im Stadtteil Mitte. Dort erinnert nun eine Tafel an Mevlüde Gençs Haltung, die trotz ihres persönlichen Verlusts stets zu Zusammenhalt und Dialog aufrief. Die Initiative „FrauenOrte NRW“ hebt damit Frauen hervor, die in der Geschichte des Landes Außergewöhnliches geleistet haben – oftmals gegen Widerstände und in schwierigen Zeiten.
Mevlüde Genç gilt bis heute als Symbol für Versöhnung und Stärke. Nach dem Brandanschlag setzte sie sich öffentlich für Verständigung ein und appellierte an die Gesellschaft, dem Hass keinen Raum zu geben.
Mit der Ehrung möchte die Stadt Solingen nach eigenen Angaben auch ein Zeichen gegen Rassismus setzen und die Erinnerung an die Opfer wachhalten.