Studie

Jeder Fünfte hat rechtspopulistisches Weltbild

Ein Fünftel der Menschen in Deutschland hat einer Studie zufolge ein geschlossen rechtspopulistisches Weltbild. Das geht aus dem „Demokratie-Monitoring“ der Universität Hohenheim hervor.

29
08
2023
Symbolbild: Menschenmenge © shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Menschenmenge © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Ein Fünftel der Menschen in Deutschland hat einer Studie zufolge ein geschlossen rechtspopulistisches Weltbild. Ein erweitertes solches Weltbild findet sich bei gut einem Drittel, wie ein am Dienstag vorgestelltes „Demokratie-Monitoring“ der Universität Hohenheim ergab. Ein rechtspopulistisches Weltbild besteht demnach vor allem bei Anhängerinnen und Anhängern der AfD. Tendenziell stärker finde sich ein solches Weltbild bei 45- bis 59-Jährigen, bei Menschen mit niedriger formaler Bildung sowie in Ostdeutschland. Je ausgeprägter ein rechtspopulistisches Weltbild sei, umso größer sei auch die Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie, so die Studie.

„Ein geschlossen rechtspopulistisches Weltbild“

Den Befragten waren 22 Aussagen vorgelegt worden, von denen einige Verschwörungserzählungen beinhalteten. „Nicht alle der 22 bewerteten Aussagen sind mit Populismus gleichzusetzen. Wenn sie aber gemeinsam auftreten, weist dies auf ein geschlossen rechtspopulistisches Weltbild hin“, heißt es. Gut ein Viertel der Menschen denkt, dass die Politik in Deutschland von „geheimen Mächten“ gesteuert werde. Ebenfalls ein Viertel meint, die Regierenden „betrügen das Volk“. Ein Fünftel bis ein Viertel der Befragten sieht seitens der Massenmedien Manipulation: Sie würden die Bevölkerung systematisch belügen.

Rechtspopulisten nutzten immer gleiche „Erzähl-Elemente“

„Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten nutzten immer wieder die gleichen „Erzähl-Elemente“, erklärte Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider. Sie dächten, dass es einen einheitlichen „Volkswillen“ gebe, den innere und äußeren Mächte unterdrückten. Dazu gehörten politische Eliten, Massenmedien, die EU, die Globalisierung und der Islam. „Oft werden auch Verschwörungserzählungen eingebaut.“ In der den Angaben zufolge repräsentativen Umfrage waren im Juli 4.024 Menschen befragt worden, 2.510 davon in Baden-Württemberg und 1.514 im restlichen Bundesgebiet. Die Befragten aus Baden-Württemberg seien proportional zu ihrem Anteil an der gesamten Bevölkerung in Deutschland gewichtet worden. Die Befragung wurde von forsa im Auftrag der Universität durchgeführt. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Timotheus sagt:
Recht aufschlußreich wäre noch eine andere universitäre Studie zu folgender Fragestellung: Welcher Anteil der Menschen in Deutschland hat ein geschlossen islampopulistisches Weltbild? Eine solche Studie wäre nur fair und völlig legitim. Islamverbände könnten sie natürlich nicht verbieten lassen. Und das ist gut so. In Anlehnung an die obige Forsa-Studie könnten sich entsprechend sehr interessante Fragen ergeben, wie etwa: Gibt es einen einheitlichen "Islamwillen"? Oder soll man den islamischen Autoritäten alles glauben und abnehmen? Sollten geistliche Gemeindeführer mehr politische Macht erhalten? Befürworten Sie die Einführung der Scharia in Deutschland? Sollte es in Europa vermehrt zu einer Umgestaltung in Islamische Republiken kommen? Wünschen Sie ein Verbot des Nacktbadens in Saunabädern? Sollte Homosexualität unter Strafe gestellt werden?
29.08.23
18:55