Mainz

Juden und Muslime gemeinsam gegen Hass und Gewalt

In Rheinland-Pfalz wenden sich jüdische und muslimische Gemeinden gemeinsam gegen Hass und Gewalt, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

28
05
2021
Dialog Religion Hass und Gewalt
Symbolbild: Religion © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Jüdische und muslimische Gemeinden in Rheinland-Pfalz haben sich gemeinsam gegen Hass und Gewalt, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit gewandt. In einer am Freitag in Mainz veröffentlichten Erklärung bringen sie ihre Sorge nach der jüngsten Eskalation der Gewalt in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten zum Ausdruck. Unterschiedliche Perspektiven auf den Konflikt müssten in einer offenen und demokratischen Gesellschaft friedlich und im gegenseitigen Respekt ausgehalten werden.

„Unter keinen Umständen rechtfertigen sie Beleidigungen, das Diffamieren von religiösen oder staatlichen Symbolen, Angriffe auf Synagogen, Moscheen oder Kirchen oder gar Gewalt gegen Menschen“, heißt es in der Entschließung. „Wir sind geeint in der Haltung, dass Jüd*innen und Muslim*innen hierzulande nicht für die Geschehnisse im Nahen Osten mitverantwortlich gemacht werden dürfen.“ Diese Zuschreibung sei „oftmals Ausdruck von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus“.

Die Unterzeichner erklärten, sie wollten nicht zulassen, dass der Konflikt im Nahen Osten den Zusammenhalt und ein respektvolles Zusammenleben in Rheinland-Pfalz gefährdeten. Zu ihnen gehören unter anderen der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, die Schura als Landesverband der Muslime und die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Angeschlossen haben sich auch der rheinland-pfälzische Integrationsbeauftragte Miguel Vicente und der Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Das rituelle Standardnarrativ in der deutschen Politik sowie den gleichgeschalteten Medien, welches wegen dem Holocaust-Schuldkomplex geschlossen proisraelisch ist sowie Israel mit Juden und dem Judentum gleichsetzt, fördert sowohl Antisemitismus auf der einen als auch antimuslimischen Rassismus auf der anderen Seite. Es ist deshalb überfällig, dieses Narrativ zu durchbrechen und ein für allemal in die Mülltonne zu werfen, um eine differenzierte Betrachtungsweise zu etablieren. Im Zweifel gegen jeglichen Widerstand, welcher dieses rabulistisch agierende und dennoch haltlose Narrativ aufrecht zu erhalten versucht. Es ist dieses unsägliche Narrativ, welches jeglichen Zusammenhalt gefährdet, weil es der Lebenswirklichkeit im weltweiten Vergleich nicht entspricht. Dieses Narrativ, welches jede alternative Betrachtungsweise u.a. mit der Antisemitismus-Keule zu unterdrücken versucht, ist eher ein deutscher Sonderfall, weil in anderen Ländern dem lautstark widersprochen wird - sogar innerhalb von Israel selbst. So lange dieses Narrativ nicht durchbrochen wird, wird jegliche Bekundung von Zusammenhalt gefährdet sein. Ein Trost zu wissen, dass in Deutschland diesem Narrativ immer stärker widersprochen wird, was auch den zunehmend aggressiven und einschüchternden Ton derjenigen erklärt, welche dieses Narrativ verzweifelt aufrecht erhalten wollen.
29.05.21
16:47
Johannes Disch sagt:
@Dilativer Das Narrativ, das es zu durchbrechen gilt, ist das muslimische Opfernarrativ, wonacxh alles, was man Muslimen nicht gestattet unter "antimuslimischen Rassismus" oder "Islamophobie" subsumiert wird. Was sich auf unseren Straßen seit den jüngsten Unruhen in Israel vor allem zeigt, das ist unverhüllter muslimischer Antisemitismus.
02.06.21
11:31