Hessen

Landtagspräsident gedenkt Hanau-Opfer und verurteilt Rassismus

Hessens Landtagspräsident Boris Rhein hat den Angehörigen der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau Unterstützung zugesagt und zum Widerstand gegen Rechtsextremismus aufgerufen.

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2021
Hanau - "Kein vergessen der Opfer" (©)privat, bearbeitet by iQ
Hanau - "Kein vergessen der Opfer" (©)privat, bearbeitet by iQ

Hessens Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) hat den Angehörigen der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau Unterstützung zugesagt und zum Widerstand gegen jede Form von Rechtsextremismus aufgerufen. „Liebe Angehörige, wir versprechen Ihnen, wir werden nicht vergessen“, sagte Rhein am Dienstag bei der Gedenkveranstaltung im Wiesbadener Landtag. „Dieses Parlament wird immer offen für den Dialog mit Ihnen sein, wir werden das Andenken an Ihre Kinder, Eltern, Geschwister immer wahren.“

„Ich gebe Ihnen mein Wort, dass in diesem Parlament immer Platz für Ihre Geschichte sein wird“, versicherte der Landtagspräsident. Diese niederträchtige Tat werde nicht in Vergessenheit geraten. An der feierlichen Gedenkveranstaltung fast ein Jahr nach der Tat nahmen mehrere Vertreter von den Opferfamilien teil. Im Parlament gab es eine Schweigeminute.

„Zorn und tiefe Scham“

Am 19. Februar vergangenen Jahres hatte der 43-jährige Rechtsextremist neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. Zuvor hatte der Mann Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Nach der Tat soll der 43-Jährige seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete.

Zum Jahrestag des Anschlags ist in Hanau eine Gedenkveranstaltung geplant. Neben Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwartet.

Das Attentat von Hanau sei die Eskalation rassistisch und rechtsextremistisch motivierter Anschläge in Deutschland in der jüngsten Zeit, mahnte Rhein. Auch ein Jahr später empfinde er „Zorn und tiefe Scham.“ 76 Jahre nach der Shoah zeige sich ein offensichtliches und bedrohliches Problem mit Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland.

„Attentat von Hanau ist ein Anschlag auf uns alle“

Es gebe „die Versuchung eines neuen Nationalismus, die Faszination des Autoritären, Hass, Hetze und Demokratieverachtung“, sagte der Landtagspräsident. Zudem gebe es zunehmend gesellschaftliche Kräfte, „die rechten Denkweisen die Aura gesellschaftlicher Normalität verschaffen“ wollten, erklärte Rhein. „Wir haben es zu tun mit den alten bösen Geistern in neuen Gewändern.“

Der Landtagspräsident rief dazu auf, sich stärker und lauter für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Rassismus jeder Art einzusetzen. „Die vielen, die sich positiv für unser Land engagieren, müssen lauter sein als die wenigen, die es beschädigen wollen.“ Hass und Hetze – weder in Internetforen und Plattform im Netz noch beim sogenannte Alltagsrassismus – dürfe in einer freien Gesellschaft toleriert werden. Rassismus sei Menschenfeindlichkeit. „Das Attentat von Hanau ist ein Anschlag auf uns alle gewesen.“ (dpa/iQ)

Leserkommentare

Ethiker sagt:
Rassismus ist eine geistige Grundlage der Europäischen Geistesgeschichte, dagegen anzukämpfen bedeutet gegen Werte, Kultur und Identität zu kämpfen. Das ist auswegslos.
02.02.21
17:05
Johannes Disch sagt:
@Ethiker So, Rassismus als gesitige Grundklage der europäischen Geistesgeschichte? Das ist sehr einseitig, historisch falsch und undifferenziert. Was Rassismus betrifft, da braucht sich auch die islamische Geschichte nicht hinter Europa zu verstecken. Im Gegensatz zur islamischen Welt-- wo es bis heute noch Sklaverei gibt-- lerntg Europa aus seiner Geschichte und bekämpft Rassismus. Dazu hat Europa der Welt noch einige nicht gerade unwichtige "Kleinigkeiten" beschert wie individuelle Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und den Säkularismus/Laizismus. Alles Dinge, die die islamische Welt nichtzustande brachte und die ihr bis heute fehlen. Für eine arrogante und selbstgerechte Anklage gegen Europa sind Mualime ganz sicher die falschen Absender.
08.02.21
11:07