FREITAGSPREDIGTEN, 09.10.2020

Sucht, Keuschheit, Koran und Sunna

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. IslamiQ liefert jede Woche einen Überblick.

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Freitagspredigt
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es diese Woche um Sucht und Abhängigkeit. Laut dem Koran seien Berauschendes, Glücksspiele, Opfersteine und Lospfeile ein Gräuel und Satans Werk. In jenem Vers werde „Hamr“ verboten, dass für alle Dinge verstanden wird, die den Verstand beeinträchtigen und das Denkvermögen negativ beeinflussen. Dazu zähle nicht nur Alkohol, sondern auch alle anderen Rauschmittel. Ihr Konsum sei gewissermaßen ein Verrat an dem eigenen Körper, weil dieser den Menschen von Allah anvertraut wurde.

Folgen einer Sucht und Abhängigkeit seien verheerend. Laut einem Bericht der Vereinten Nation seien im Jahr 2017 weltweit 585.000 Menschen an den Folgen ihres Rauschmittelkonsums gestorben. 271 Millionen Menschen konsumieren Drogen. Im Vergleich zum Jahr 2009 wurde ein Anstieg von 30 Prozent festgestellt. Häufige Besuche in Moscheegemeinden seien eine besonders hilfreiche Maßnahme, um dem entgegenzuwirken. Ihre Angebote, Projekte und Initiativen würden viele Jugendliche in ihrem Kampf gegen Drogen unterstützen. Dabei sollte zur Behandlung unbedingt eine ärztliche Unterstützung eingeholt werden.

Keuschheit und Scham

Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert die Keuschheit und die Scham. Keuschheit und Scham seien Eigenschaften, die den Menschen wertvoll machten. Sie bedeuten, sich vor Allah zu schämen, sich zu zögern, Sünden zu begehen. Damit könne man das Ego bändigen und maßvoll handeln. Der erhabene Allah erinnere daran, dass die Keuschheit mit und bei den Augen beginne, nämlich seine Blicke zu senken.

Die gegenwärtige Epoche könne als ein Abschnitt des Vergnügens bezeichnet werden. Ausgehend von den Begriffen Freiheit und Selbstbestimmung würden Werte wie Keuschheit und Scham verdrängt. Man sei in Gefangenschaft seines eigenen Egos und seiner Begierden. Diese Mentalität entferne den Menschen allmählich von seiner natürlichen Veranlagung (Fitra). Sie sei nicht nur Grund für großes Verderben und Degeneration in den Familien, sondern auch in der Gesellschaft.

Die Beschäftigung mit dem Koran und der Sunna

Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) behandelt in der heutigen Freitagspredigt das Thema „Koran und Sunna“. Alle Muslime seien verpflichtet den Koran und die islamischen Glaubensgrundlagen zu lernen und es ihren Kindern beizubringen.

Der Islam sei der vollkommenste Weg für die Menschen, damit diese sowohl auf dieser Welt als auch im nächsten Leben Frieden finden können. Weil die Praxis der islamischen Grundlagen, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft, die Basis für die Errettung bilde, haben Gelehrten, die Muslime immerzu dazu angeregt diese Grundlagen zu erlernen und weiterzugeben.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Vera Praunheim sagt:
Dass der Islam, wie hier behauptet wird, der vollkommenste Weg für die Menschen sei, schon in dieser Welt Frieden finden zu können, halte ich für frommes Wunschdenken oder Schönfärberei. Wäre die Islam-Koranbuch-Lehre wirklich "vollkommen", dann könnten nicht Bücher wie "Der islamische Faschismus" geschrieben werden. Man sollte auch bedenken, daß alleine solche kritischen Anmerkungen in islamischen Hochburgen zu Hinrichtungen führen können. Und all das soll dennoch "vollkommen" sein? Absurder geht es wirklich nicht.
13.10.20
5:30