Corona-Virus

Moscheen fordern finanzielle Unterstützung

Aufgrund der Corona-Pandemie und dem Ausfall aller Veranstaltungen stoßen viele Moscheen und Religionsgemeinschaften an ihre finanzielle Grenzen. Nun fordern sie Hilfe.

31
03
2020
Symbolbild: Moscheen in Corona-Pandemie (c)shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Moscheen in Corona-Pandemie (c)shutterstock, bearbeitet by iQ

Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland bittet Bund und Länder in der Corona-Krise um finanzielle Absicherung. Da wegen des Versammlungsverbotes alle Veranstaltungen ausfallen, stoßen viele Moscheen an ihre Grenzen, wie die Religionsgemeinschaft am Montag in Köln mitteilte. Die Gemeinden finanzierten sich bisher ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden der jeweiligen Gemeindemitglieder und Moscheebesucher.

Laut Islamrat werden aus den Erlösen der Gemeinden laufende Bankkredite zur Finanzierung des Eigentums und laufende Mietkosten finanziert. Hinzu kämen Lohnfortzahlungen an Imame und gegebenenfalls an weiteres Personal. Mit einem Ausfall der Spenden, insbesondere während des Fastenmonats Ramadan von Ende April bis Ende Mai, wären viele Moscheegemeinden nicht mehr zahlungsfähig. Staatliche Unterstützung gebe es bisher nicht.

Muslime bieten Nachbarschaftshilfe an

„Auch während der Corona-Krise haben sich bundesweit tausende Jugendliche aus Moscheegemeinden zu örtlichen Hilfsgruppen zusammengeschlossen, um Älteren und sonstigen Risikogruppen zu helfen, ihre Einkäufe oder sonstige Besorgungen zu erledigen“ erklärte der Islamratsvorsitzende Burhan Kesici. „Es wäre fatal, sie und ihre Moscheegemeinden ausgerechnet jetzt alleine zu lassen.“

Zu den Mitgliedern des Islamrates gehören Moscheegemeinden, religiöse Gemeinden, Bildungseinrichtungen sowie weitere Institutionen, die unterschiedliche Bereiche des muslimischen Lebens abdecken.

DITIB startet Spendenaufruf für Moscheen

Auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) hat neben ihrer Nachbarschaftshilfe einen Spendenaufruf für ihre Moscheegemeinden gestartet. Ziel sei es Moscheen, die aufgrund von Krediten oder Bauprojekten in finanzieller Notlage sind, zu unterstützen. Der Spendenaufruf läuft unter dem Motto „Unterstütze deine Moschee“.

ZMD warnt vor finanziellen Folgen für Moscheen

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland warnt vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise für Moscheen und appelliert an öffentlich-rechtliche Medien, Ergänzungsangebote zu schaffen. Dem ZMD-Vorsitzenden zufolge werden viele Moscheen voraussichtlich einen herben finanziellen Verlust erleiden, „weil sie von den Kollekten bei den wöchentlichen Freitagsgebeten und vor allem im Ramadan leben“. Für viele Moscheen bedeute dies das Aus. Schließlich könnten Imame und Gebäude nicht weiter finanziert werden.

Der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt am 24. April. „Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Situation bis dahin andauern wird“, so Mazyek. Parallel appelliert er an die öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender, als Ausgleich zu den geschlossenen Moscheen ein Angebot für Muslime zu schaffen. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Die Unterhaltung einer Moschee kostet nunmal Geld. Im Gegensatz zu den beiden großen Kirchen werden Moscheen in Deutschland nicht staatlich finanziert. Die Muslime müssen die Moscheen aus ihrer eigenen Tasche finanzieren und unterhalten, weil Moscheen juristisch im Gegensatz zu den beiden großen Kirchen eingetragene Vereine sind. Die Forderung nach finanzieller Unterstützung durch Spenden ist daher vollkommen berechtigt und nachvollziehbar.
31.03.20
23:08
grege sagt:
ausgerechnter hier fordert jemand staatliche Unterstützung ein, der gar nicht bereit ist, staatliche Gesetze sowie gerichtliche Urteile zu akzeptieren.Wer auf der einen Seite den Staat dämonisiert, gleichzeitig im Anflug herausfordernder Situationen nach dessen Hilfe schreit, offenbar einmal mehr sein erbärmliches, ehrloses und bemitleidenswertes Ich. Insbesondere Moscheen, die von Verbänden mit Verbindungen zu extremistischen Islamorganisationen verwaltet werden, sollten keinen einzigen Cent. Das wäre ein Unding, wenn der hiesige, durch die Krise ohnehin gebeutelte Steuerzahler noch für Extremisten in die Bresche springen müsste
01.04.20
21:19
Dilaver Çelik sagt:
Grege, hören Sie damit auf, mir nachzustellen und Menschen zu beleidigen. Ich bin keine Projektionsfläche für Ihre unsäglichen Negativitäten.
02.04.20
16:51
Dawud Z. sagt:
Liebe Leute, findet ihr etwa nicht genug Brüder, die der Gemeinde aushelfen können? Das muss doch möglich sein. Das ist eine Peinlichkeit vor Allah, den deutschen Staat anzubetteln? Wo ist euer Stolz? Bemüht euch mal, das Geld von den Muslimen aus der Gegend einzutreiben.
03.04.20
1:19
grege sagt:
Lieber Dilaver, der Tatbestand der Beleidigung ist gemäß der hiesigen Rechtsprechung und Gesetzgebung ist keiner Weise erfüllt. Und nur diese beiden sind in diesem unseren Lande maßgeblich!!!
14.04.20
17:09
Frankie sagt:
Wie wäre es mit einer Steuer? war doch vor 1,5 Jahren schon mal ein Thema! Die Christen haben das auch (bin Konfessionslos) und wenn jetzt die Spenden ausbleiben kann es den Muslimen nicht so wichtig sein ... kann nicht sein das der Staat/die Bundesbürger das (mal wieder) finanzieren sollen. Denke wir haben andere Probleme .....
02.05.20
16:35