CORONA-VIRUS

Spendenaufruf: Moscheen finanziell unterstützen

Die Corona-Krise bringt viele Moscheen und Religionsgemeinschaften an ihre finanziellen Grenzen. Muslimische Vertreter rufen zu Spenden auf.

10
04
2020
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Moschee
Symbolbild: Moschee - Die Zentrum-Moschee in Hamburg/Rendsburg © IGMG

Während der Corona-Krise stoßen Moscheen und Religionsgemeinschaften an ihre finanziellen Grenzen. Aufgrund des Versammlungsverbotes, weswegen alle Veranstaltungen ausfallen, kommen auch die Einnahmen ins Stocken. Denn diese finanzieren sich ausschließlich durch Spenden der Moscheebesucher und Mitgliedsbeiträge der jeweiligen Gemeindemitglieder. Immer mehr Religionsgemeinschaften rufen zu Spenden auf. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) und die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) wenden sich an Muslime, mit Spenden Moscheen zu erhalten.

Die Gemeinden der IGGÖ seien von den Beschränkungen durch die Corona-Krise hart betroffen. Denn die üblichen Spendensammlungen bei täglichen Gebeten – vor allem bei Freitagsgebeten – entfallen. Diese stellten einen maßgeblichen Teil ihrer finanziellen Einnahmen dar. „Das führt für viele Einrichtungen dazu, dass Mieten, monatliche Erhaltungs- und Betriebskosten, Kreditraten, Lohnkosten der Imame und des Personals nicht mehr beglichen werden können. Sie stehen vor dem finanziellen Ruin“, hieß es in einer Mitteilung. Die IGGÖ ruft daher die muslimische Gemeinschaft dazu auf, mit ihrer Spende den Erhalt der Moscheen zu sichern.

„Es ist an der Zeit, sich für Moscheen einzusetzen“

Die IGMG ruft ebenfalls dazu auf, Moscheen durch Spenden finanziell zu unterstützen und startet eine Spendenaktion. „Es ist an der Zeit, sich für Moscheen einzusetzen. Sie stehen für unsere Werte. Diese Werte sind für uns essentiell“, erklärte Murat Ileri, stellv. IGMG-Vorsitzender und Abteilungsleiter für Gemeindeentwicklung. Weiter fügt Ileri hinzu: „Als Muslime müssen wir Moscheen, die als Schutz unserer Werte fungieren, am Leben erhalten. Die Unterstützung von Moscheen ist unsere soziale Verantwortung.“

Zuvor hatte der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland Bund und Länder zu finanzieller Unterstützung der Moscheen aufgerufen. Laut Islamrat werden aus den Erlösen der Gemeinden laufende Bankkredite zur Finanzierung des Eigentums und laufende Mietkosten finanziert. Hinzu kämen Lohnfortzahlungen an Imame und gegebenenfalls an weiteres Personal. Mit einem Ausfall der Spenden, insbesondere während des Fastenmonats Ramadan von Ende April bis Ende Mai, seien viele Moscheegemeinden nicht mehr zahlungsfähig. Staatliche Unterstützung gebe es bisher nicht.

Muslime können die Arbeit der Moscheegemeinden auch mit ihrer Zakat unterstützen. Denn durch die Entrichtung der Zakat fördern sie die Fortführung von wichtigen Bildungsprojekten und sozialen Dienstleistungen.

Spendenaufruf und finanzielle Folgen

Auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) hat neben ihrer Nachbarschaftshilfe einen Spendenaufruf für ihre Moscheegemeinden gestartet. Ziel sei es Gemeinden, die aufgrund von Krediten oder Bauprojekten in finanzieller Notlage sind, zu unterstützen. Der Spendenaufruf läuft unter dem Motto „Unterstütze deine Moschee“.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) warnte zuvor vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise für Moscheen und appelliert an öffentlich-rechtliche Medien, Ergänzungsangebote zu schaffen. Dem ZMD-Vorsitzenden zufolge werden viele Gemeinden voraussichtlich einen herben finanziellen Verlust erleiden. Für viele Moscheen bedeute dies das Aus. Schließlich könnten Imame und Gebäude nicht weiter finanziert werden.