Berlin

Anklage im Fall des Angriffs auf Kippa-Träger erhoben

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen Täter des antisemitischen Angriffs erhoben. Der 19-jährige Beschuldigte ist seit einem Monat in Untersuchungshaft.

19
05
2018
Der Angegriffene hat den antisemitischen Vorfall aufgenommen. © screenshot/stern.tv
Der Angegriffene hat den antisemitischen Vorfall aufgenommen. © screenshot/stern.tv

Nach dem Angriff auf zwei Kippa tragende junge Israelis hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter vor dem Jugendschöffengericht erhoben. Ihm werde gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Der 19 Jahre alte Beschuldigte ist demnach seit 19. April in Untersuchungshaft.

Der mutmaßliche Täter soll am Abend des 17. April im Szeneviertel Prenzlauer Berg mit einem mutmaßlichen Mittäter zwei Passanten, die die traditionelle jüdische Kopfbedeckung Kippa trugen, zunächst antisemitisch beleidigt haben. Danach soll der Angeklagte einen der beiden Männer „in Verletzungsabsicht mehrfach mit einer Gürtelschnalle auf Kopf und Körper geschlagen haben“.

Das Opfer erlitt laut Staatsanwaltschaft dadurch eine Verletzung an der Lippe sowie länger anhaltende Schmerzen an Kopf und Körper. Der angegriffene Israeli filmte die Tat und stellte das Video online. Der Täter ruft darauf „Yahudi“, arabisch für „Jude“.

Der Angriff hatte bundesweit für Empörung gesorgt. In mehreren Städten fanden Solidaritäts-Demonstrationen gegen Antisemitismus unter dem Motto „Deutschland trägt Kippa“ statt. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Roman sagt:
Wenn jemand bei seiner Tat gefilmt wird und alle Welt sehen kann, was er gentan hat, dann ist er kein mutmaßlicher Täter und dann kann man auch nicht sagen, er soll dies und das getan haben. Natürlich wird sein Anwalt versuchen, die Tat kleinzureden. Wahrscheinlich kommt sogar noch die Behauptung, der Angegriffene hätte den Täter provoziert. Damit kommen Moslems ja immer, wenn sie in eine Gewaltorgie verfallen. Aktuell schön zu sehen gewesen an der Grenze zwischen Gaza und Israel, wo sich Kämpfer der Hamas unter die friedlichen Demonstranten gemischt haben und unter dem Schutz dieser Menschen ihre Gewalt gegen israelische Soldaten ausgelebt haben und sich dann beschweren, dass Israel sich das nicht gefallen läßt.
22.05.18
11:28