Terror

Kritik an Titelseite von „Charlie Hebdo“

Die aktuelle Titelseite des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ zum Thema Terror und Islam, steht unter Kritik Islamfeindlichkeit zu schüren.

24
08
2017
charlie hebdo is a weekly political newspaper © flickr / CC 2.0 / by Paul Baker, bearbeitet IslamiQ

Die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat nach dem Anschlag von Barcelona mit einer Titelseite zu Terror und Islam heftige Diskussionen und Kritik ausgelöst. Auf der Zeichnung liegen zwei Menschen in Blutlachen, während im Hintergrund ein Lieferwagen davonfährt. Daneben steht: „Islam, Religion des Friedens … des ewigen Friedens!“ Eine Reihe von Nutzern sozialer Netzwerke reagierte empört und warf dem Blatt unter anderem vor, Stimmung gegen Muslime zu machen. Die Zeitung ist für bissige Religionskritik und provokante Karikaturen bekannt, mit denen sie immer wieder aneckt.

Eine Twitter-Nutzerin schrieb, sie sehe den Sinn der Titelseite nicht, „außer Hass und Islamophobie noch weiter anzuheizen“. Ein Facebook-Kommentar warf dem Blatt vor, das Spiel der extremen Rechten zu spielen. Der frühere sozialistische Minister Stéphane Le Foll kritisierte im Sender BFMTV: „Zu sagen, dass der Islam als Ganzes eine „Religion des Friedens“ sei – also unterschwellig eine „Religion des Todes“ – ist extrem gefährlich.“ Andere Nutzer verteidigten das Blatt hingegen und verwiesen auf die Redefreiheit.

Im Editorial der am Mittwoch erschienenen Ausgabe kritisiert Redaktionsleiter Riss, dass die Debatten „über die Rolle der Religion und insbesondere des Islams“ bei Anschlägen komplett verschwunden seien. „Heute stellt sich niemand mehr Fragen über die Rolle des Islams in der Ideologie des sogenannten Islamischen Staats.“

Die umstrittene Zeichnung wird auch auf dem Cover der deutschen Ausgabe von „Charlie Hebdo“ erscheinen, die an diesem Donnerstag herauskommt.

Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ war im Januar 2015 von islamistischen Terroristen angegriffen worden, die zwölf Journalisten und Polizisten ermordeten. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Hut ab vor Charlie Hebdo! Pointierte Religionskritik und nicht Anbiedern und Unter-den-Teppich-Kehren bringt die Menschheit weiter. Schönredner haben wir schon genug. Der Islam - und im Übrigen auch das Christentum - sind in ihrem Kern Totenkulte in altägyptischer Tradition, in welchem Erlösungssehnsüchte in einem vermeintlichen Jenseits im Vordergrund stehen.
24.08.17
12:28
Mads sagt:
Wer die Wahrheit ausspricht gilt den Moslems als Hetzer und Islamfeind. So einfach ist die Welt aber nicht. Da gibt es die Moslems, die behaupten, der Islam sei die Religion des Friedens. Dann sieht man aber Moslems brutal morden im Namen dieser Religion. Dann sieht man auch noch, dass deren Handeln im Koran gefordert wird. Das ist nun einmal ein Widerspruch. Darauf hinzuweisen hat mit Hetze nichts zu tun.
24.08.17
16:09
Frederic Voss sagt:
Selbstverständlich kann gar nicht entschieden genug auf die grundlegende Rolle des ISLAM bei Terroranschlägen des ISLAMischen Staats hingewiesen werden. Wenn Satire Wahrheiten thematisiert, darf sie nicht mit Steinen beworfen werden.Daher müßte hier jetzt die Headline wenigstens lauten: Lob und Kritik an Titelseite von "Charlie Hebdo". Wann wird bei ISLAMiq.de die Menschenfeindlichkeit und Barbarei ISLAMistischer Terroristen besser beleuchtet und hinterfragt?
24.08.17
19:38
Johannes Disch sagt:
Meine Güte, das ist ein Satireblatt. Und Satire überspitzt. Das ist das Wesen von Satire. Es wäre angebrachter, sich über den Anschlag auf "Charlie Hebdo" im Januar 2015 aufzuregen. Dabei gab es 12 Tote.
24.08.17
22:31
Torben sagt:
Eine Religion des Friedens muss sich auch an der Realität messen lassen und damit konfrontiert werden. Wäre der Islam eine Religion des Friedens, hätten die Moslems auch kein Problem damit. Da aber getroffene Hunde bellen, ist die Aufregung groß, wenn den Moslems der Spiegel vorgehalten wird, wo sie dann sehen können, dass im Namen ihrer Religion eben nicht Frieden gestiftet wird, sondern Menschen ermordet werden.
25.08.17
14:33
Manuel sagt:
@Johannes Disch: Richtig, zeigt aber ganz gut, dass der Islam offenbar ein Problem mit Meinungs- und Pressefreiheit hat, immerhin die Grundpfeiler einer Demokratie!
25.08.17
19:03
Grege sagt:
Muslime sollten sich lieber Gedanken machen, wie sie Charlie Hebdo vor ihren gewalttätigen Glaubensbrüdern schützen. Der Vorwurf der Islamfeindlichkeit ist geradezu ekelerregend. Pfui daibel
25.08.17
19:07
Kritika sagt:
L.S. Da hat Charlie den Nagel auf dem Kopf getroffen. Von keiner der >100 Religionsgemeinschaften in Deutschland geht eine tödliche Gefahr aus, mit Ausname des Islam. Das darf ruhig einmal deutlich, satirisch thematisiert werden. Meci beaucoup, Charlie Hebdo! Kritika
01.09.17
23:41