Nach den tödlichen Schüssen in Frankreich haben Muslime zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Sie fordern Sicherheitsmaßnahmen von Moscheen zu verstärken.

Nach den tödlichen Schüssen in den französischen Gemeinden Trappes und La Verrière haben muslimische Vertreter zu erhöhter Wachsamkeit und besseren Sicherheitsvorkehrungen an Moscheen aufgerufen. Der französische Islamrat (CFCM) forderte die Verantwortlichen von Moscheen auf, Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken und auf verdächtige Personen und Fahrzeuge in der Umgebung zu achten.
Zu den Empfehlungen gehören nach Angaben des Verbands auch regelmäßige Kontrollen von Feuerlöschern und Notausgängen sowie die Installation von Überwachungskameras in Gebetshäusern. Der CFCM kritisierte zudem Äußerungen, die Hass gegen Muslime schürten und zur Stigmatisierung beitrügen.
Auch die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş in Frankreich (CIMG) verurteilte den Angriff. „Wir verurteilen jede Form von Gewalt und Terror, die in unserer Gesellschaft keinen Platz hat“, erklärte die Gemeinschaft. Sie bekundete ihre Solidarität mit den Opfern und deren Angehörigen und rief dazu auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren.
Die DITIB in Frankreich verurteilte Rassismus und Hassverbrechen. Unabhängig von Herkunft und Motiv müsse jeder Form von Rassismus, Hassrede und Diskriminierung entschieden entgegengetreten werden, erklärte die DITIB.
Bei den Schüssen am Freitag in Trappes und La Verrière südwestlich von Paris war ein Mann getötet worden. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Ein 39-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen.
Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Dabei wird auch geprüft, ob die Opfer wegen ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, Nation oder Religion angegriffen wurden. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als rassistischen Terroranschlag. Das genaue Tatmotiv ist Gegenstand der Ermittlungen.