Nordrhein-Westfalen

DITIB fordert mehr Schutz für Moscheen

Innerhalb zwei Tagen gab es Bombendrohungen gegen fünf Moscheen in Nordrhein-Westfalen. Nun fordert die DITIB Konsequenzen.

14
02
2020
0
Polizei Absperrung Moscheen
Polizei Absperrung © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Nach den Bombendrohungen gegen mehrere Moscheen in Nordrhein-Westfalen fordert die DITIB einen stärkeren Schutz von islamischen Gebetshäusern. „In unseren Moscheegemeinden sorgen diese Angriffe auch ständig für Spannung und Angst. Es ist ärgerlich, dass seit Jahren solche Angriffe nicht aufhören und für mehr Unruhe sorgen“, heißt es in einer Mitteilung des DITIB-Regionalverbands in Essen. Die Polizei versucht unterdessen den oder die Verfasser der Droh-Emails zu ermitteln, die am Mittwoch bei fünf Moscheen eingegangen waren und einen Großeinsatz mit Straßensperrungen ausgelöst hatten.

Die Islamfeindlichkeit habe ihren Höhepunkt erreicht und sollte in der Gesellschaft weit und breit thematisiert werden. Eine Einigkeit in der Gesellschaft sollte es gegen Islamfeindlichkeit geben, hieß es weiter in der Mitteilung. „Endlich müssen diese Angriffe auch seitens der Politik und Gesellschaft ernst genommen werden. Von den Verantwortlichen müssen Maßnahmen ergriffen werden bevor es zu spät ist.“ Die DITIB fordert darum Schutzmaßnahmen für Moscheen.

Bundestag verurteilt islamfeindliche Übergriffe 

Die Linksfraktion im Bundestag hat Bombendrohungen gegen Moscheen in Deutschland verurteilt. Es sei nicht hinnehmbar, dass Muslime permanenten Drohungen ausgesetzt seien, erklärte die religionspolitische Sprecherin der Linken, Christine Buchholz, am Freitag in Berlin. Konkret sprach sie von Bombendrohungen gegen Moscheen in Pforzheim, Essen, Unna und Hagen. Laut Bundesregierung wurden demnach im vergangenen Jahr 184 Fälle islamfeindlich motivierter Übergriffe gegen Einrichtungen oder Personen polizeilich registriert.

Regierungssprecher Steffen Seibert verurteilte Drohungen oder Beschädigungen von islamischen Einrichtungen unabhängig von den aktuellen Fällen: „Das ist widerwärtiges Verhalten“, sagte er. Die Bundesregierung fühle sich wie alle staatlichen Kräfte dem Ziel verpflichtet, allen Menschen ihre Religionsausübung im Rahmen der deutschen Rechtsordnung zu ermöglichen.

Moscheen nach Bombendrohungen evakuiert

Am Mittwoch waren Moscheen in Bielefeld, Unna, Hagen, Essen und Aachen nach Bombendrohungen evakuiert worden. Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler keinen Sprengstoff. Über den genauen Inhalt der Schreiben wollte die Polizei keine Auskunft geben. Wer hinter den anonymen Droh-Emails gegen die fünf Gebetshäuser der Ditib steckt, sei noch nicht geklärt, sagte eine Sprecherin der Polizei in Dortmund am Donnerstag. Die zeitliche Nähe und der vergleichbare Inhalt der Emails lege nahe, dass sie von den gleichen Urhebern stammen, sicher sei das aber noch nicht.

Im vergangenen Jahr waren mehrere Bombendrohungen gegen Moscheen in NRW eingegangen. Auch die Kölner Zentralmoschee in Ehrenfeld war mehrmals evakuiert worden. Laut NRW-Innenministerium wurden 2019 landesweit 21 Straftaten gegen muslimische Einrichtungen registriert. 2018 und 2017 waren es 19. Bundesweit wurden laut Bundesinnenministerium 2018 insgesamt 910 Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund begangen. (dpa, iQ)