Auf dem Friedhof Öjendorf ist eine neue muslimische Grabstätte mit Platz für 4.850 Sarggräber eröffnet worden. Sie soll den wachsenden Bedarf an Bestattungsplätzen decken.

Auf dem Hamburger Friedhof Öjendorf ist eine neue muslimische Grabstätte eröffnet worden. Das Areal mit dem Namen „Assalam“ bietet Platz für 4.850 Sarggräber, wie die Hamburger Friedhöfe am Montag mitteilten. Die ersten Bestattungen auf dem neuen Gelände sind für das kommende Jahr vorgesehen.
Die Erweiterung sei wegen des knappen Platzes auf dem bisherigen muslimischen Grabfeld notwendig geworden, sagte Carsten Helberg, Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe. Dort gebe es nur noch rund 100 freie Plätze. In Hamburg werden jährlich etwa 400 Verstorbene nach muslimischen Geboten bestattet. Das Angebot auf dem Friedhof Öjendorf besteht seit 1978.
„Die Erweiterung der muslimischen Grabflächen auf dem Friedhof ist ein Zeichen der Zugehörigkeit und Anerkennung für Muslima und Muslime in Hamburg“, sagte Imam Zulhajrat Fejzulahi bei der Eröffnung. Alle Menschen, die in Hamburg ihre Heimat gefunden hätten, sollten die Möglichkeit haben, ihre Verstorbenen nach ihren religiösen Bedürfnissen zu bestatten. „Hamburg zeigt so, dass religiöse Vielfalt im Alltag gelebt werden kann“, sagte der Imam.
Bei der Gestaltung des neuen Grabfeldes wurden muslimische Bestattungsvorschriften berücksichtigt. Dazu gehören die Möglichkeit zur rituellen Waschung und die Ausrichtung der Verstorbenen mit dem Gesicht nach Mekka. Auf Wunsch ist auch eine Bestattung im Leinentuch möglich. Für Angehörige gibt es zudem eine Möglichkeit zur Fußwaschung beim Grabbesuch.
Zum Gelände gehört außerdem eine überdachte offene Gebetsstätte mit einem sogenannten Musallā-Stein. Sie soll auch größeren Trauergesellschaften Schutz vor Wind und Wetter bieten. Das neue Areal entstand auf einer ehemaligen Betriebsfläche des Friedhofs, unter anderem auf dem Gelände einer früheren Baumschule.