Welternährungsprogramm

Keine Lebensmittelhilfe für Menschen in Gaza

Wegen erheblicher Finanzierungslücken muss das Welternährungsprogramm seine Hilfe im Gazastreifen kürzen. Auch die Lebensmittelrationen für weiterhin versorgte Familien werden halbiert.

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Hilfe im Gazastreifen © Anadolu Ajans, bearbeitet by iQ.
Hilfe im Gazastreifen © Anadolu Ajans, bearbeitet by iQ.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) muss seine Lebensmittelhilfe für rund eine halbe Million Menschen im Gazastreifen einstellen. Künftig könne die Organisation monatlich nur noch 1,1 Millionen statt bisher 1,6 Millionen Menschen unterstützen, teilte das WFP mit. Grund seien erhebliche Finanzierungslücken.

Auch für die Menschen, die weiterhin Hilfe erhalten, werden die Lebensmittelrationen halbiert. Betroffene Familien sollen künftig nur noch ein statt zwei Lebensmittelpakete sowie einen kleineren Sack Weizenmehl bekommen. Zudem sinkt die Zahl der täglich ausgegebenen warmen Mahlzeiten von 250.000 auf 150.000. In Gebieten nahe der sogenannten gelben Linie, die Bereiche unter israelischer Militärkontrolle abgrenzt, werden warme Mahlzeiten nur noch jeden zweiten Tag ausgegeben.

Nach Angaben des WFP sind rund 1,4 Millionen der etwa 2,1 Millionen Menschen im Gazastreifen weiterhin von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Rund 200.000 Menschen befinden sich demnach in einer akuten Ernährungskrise, die sofortige Hilfe erfordert, um Todesfälle durch Hunger zu verhindern. Auch die Bargeldhilfe für 75.000 Familien wurde gekürzt.

Um seine Hilfsprogramme im Gazastreifen und im Westjordanland von Oktober 2026 bis März 2027 aufrechterhalten zu können, benötigt das WFP nach eigenen Angaben rund 450 Millionen US-Dollar. Die Organisation finanziert sich ausschließlich aus freiwilligen Beiträgen.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 hat sich die Ernährungssicherheit im Gazastreifen nach UN-Angaben verbessert. Die Lage bleibt jedoch fragil. Nach Einschätzung der internationalen IPC-Initiative herrscht dort derzeit keine Hungersnot mehr. Die Kürzungen treffen die Bevölkerung kurz vor dem Winter.