Baden-Württemberg

Rechtsextreme Straftaten im Südwesten nehmen zu

Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Baden-Württemberg hat sich seit 2022 fast verdoppelt. Auch die Gewaltkriminalität nimmt deutlich zu.

18
10
2026
0
Symbolbild: Rechte Gewalt, Straftaten, Angriffe © Perspektif, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Rechte Gewalt, Straftaten, Angriffe © Perspektif, bearbeitet by iQ.

Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Baden-Württemberg ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2025 registrierte das Landeskriminalamt (LKA) 2.601 Fälle, im Jahr 2022 waren es noch 1.422. Damit hat sich die Zahl innerhalb von drei Jahren nahezu verdoppelt. Das geht aus Zahlen des LKA hervor, über die zuvor der SWR berichtet hatte.

Einen Schwerpunkt bildeten Straftaten im Zusammenhang mit verfassungswidrigen Kennzeichen. 1.523 Fälle wurden 2025 in dieser Kategorie erfasst. Hinzu kamen 365 Fälle von Volksverhetzung, 239 Sachbeschädigungen und 186 Beleidigungen. Solche Delikte können im Zusammenhang mit rechtsextremen Ideologien und der Verbreitung entsprechender Propaganda stehen. Aus den vorliegenden Zahlen allein lässt sich jedoch nicht ableiten, welcher Anteil konkret rechtsextrem motiviert war.

Auch die politisch motivierte Gewaltkriminalität nahm deutlich zu. Während die Behörden 2022 noch 36 Fälle registrierten, waren es 2025 insgesamt 104. Im Jahr 2024 lag die Zahl bei 56, 2023 bei 52 Fällen.

Den größten Anteil machten Körperverletzungsdelikte aus, darunter auch gefährliche Körperverletzungen. Für 2025 zählte das LKA 69 Fälle von Körperverletzung und 22 Fälle schwerer Körperverletzung.

Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg politisch motivierter Kriminalität in Baden-Württemberg. Um das Ausmaß rechtsextremer Straftaten genauer einzuordnen, sind insbesondere die Aufschlüsselung nach politischen Motiven und die Entwicklung rechtsextrem motivierter Gewalt relevant. (dpa/iQ)