Der Fall der eingeäscherten Muslimin Ayten Heck hatte in Würzburg für Kritik gesorgt. Nun wurde ihre Asche auf dem muslimischen Teil des Waldfriedhofs beigesetzt.
Monate nach dem Tod der 81-jährigen Ayten Heck ist in Würzburg ein islamisches Totengebet in Abwesenheit der Verstorbenen abgehalten worden. Die Frau war im April gestorben und anschließend eingeäschert worden. Ihre Asche wurde nun vom sogenannten Unbekanntenfriedhof auf den muslimischen Teil des Würzburger Waldfriedhofs überführt und dort beigesetzt.
An der Zeremonie am 26. September nahmen unter anderem Vertreter der muslimischen Gemeinden und der Stadt Würzburg teil.
Heck selbst hatte nach Angaben ihrer Angehörigen in der Türkei beigesetzt werden wollen. Ihre in den USA lebende Tochter Sabriye Morse konnte wegen einer Erkrankung nicht teilnehmen.
Der Fall hatte bereits im Frühjahr für Kritik gesorgt. Heck war seit 1997 Mitglied des MHW-Cenaze-Fonds. Nach Angaben des Fonds hatte sie sich zu Lebzeiten mehrfach telefonisch gemeldet und ihre Sorge geäußert, dass nach ihrem Tod gegen ihren Willen verfahren werden könnte. Der Vorsitzende des Fonds, Kamuran Dönmez, sagte, Heck habe ihre Befürchtungen selbst gegenüber dem Fonds geäußert.
Die Stadt erklärte damals, sie habe keine Informationen über Hecks muslimische Religionszugehörigkeit oder ihre Mitgliedschaft im Bestattungsfonds gehabt. Ein für Heck bestellter rechtlicher Betreuer habe sich nach Angaben des Fonds ebenfalls nicht an diesen gewandt. Eine Anfrage von IslamiQ ließ der Betreuer auch unbeantwortet. Die Rolle des Betreuers soll nun auch juristisch geprüft werden.
Ein für das Friedhofswesen zuständiger Vertreter der Stadt, Wolfgang Kleiner, bedauerte den Vorgang. Die Stadt habe erst nachträglich erfahren, dass Heck Muslimin gewesen sei. Für die Stadt sei klar, dass eine Einäscherung in einem solchen Fall nicht mit einer islamischen Bestattung vereinbar sei.
Nach dem Fall vereinbarten Stadt und muslimische Gemeinden eine engere Zusammenarbeit. Für Menschen ohne Angehörige sollen künftig Verfahren verbessert und muslimische Gemeinden bei entsprechenden Hinweisen frühzeitig informiert werden. Nach Angaben der Würzburger Moscheenvereinigung wurden seitdem bereits zwei weitere Fälle gemeldet und muslimisch bestattet.