Umfrage

Nach Genozid in Gaza sinkt Zustimmung zu Israel in Europa

Eine neue Umfrage zeigt einen Stimmungswandel in Europa: Seit dem Gaza-Genozid hat die Unterstützung für Palästinenser in mehreren Ländern zugenommen.

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09
2026
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Solidarität mit Palästina © shutterstock, bearbeitet by iQ
Solidarität mit Palästina © shutterstock, bearbeitet by iQ

Laut einer neuen Umfrage hat sich im Zuge des Genozids in Gaza die öffentliche Meinung in Deutschland und anderen wichtigen Staaten Europas weiter gegen Israel und zugunsten der Palästinenser verändert. In Deutschland etwa haben im sogenannten HU-EF-Barometer 19 Prozent der Befragten angegeben, sie seien durch den Genozid „pro-palästinensischer geworden“. 2024 hatte der Anteil noch bei 14 Prozent gelegen.

Der Anteil derjenigen, die angaben, seit 2024 „pro-israelischer zu denken“, ging von 9 auf 8 Prozent zurück. 46 Prozent (2024: 54 Prozent) gaben an, der Genozid habe ihre Meinung nicht verändert. 23 Prozent (20) machten keine Angaben, 5 Prozent (4) erklärten ausdrücklich, sie wollten diese Frage nicht beantworten.

Zuerst hatte die „Welt am Sonntag“ über die alle zwei Jahre durchgeführte Umfrage des DAAD-Zentrums für Deutschlandstudien an der Hebräischen Universität Jerusalem berichtet. Dafür waren in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Polen jeweils mindestens 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen befragt worden.

Zuspruch für Israel sinkt in Europa

In Polen war dabei der Anstieg derjenigen, die seit 2024 „pro-palästinensischer geworden“ seien, besonders stark – von 14 auf 30 Prozent. In Frankreich stieg die Zahl von 13 auf 16, in Großbritannien von 17 auf 18 Prozent. Der Anteil der Befragten, die „pro-israelischer“ geworden seien, ging in allen Ländern um je einen Prozentpunkt zurück – in Polen von 5 auf 4, in Frankreich von 7 auf 6 und in Großbritannien von 11 auf 10 Prozent.

Ein anderes wichtiges Ergebnis: In drei der vier untersuchten Länder fand eine klare Mehrheit der Befragten, dass der Antisemitismus in ihrem Land ein Problem sei. In Deutschland waren es 56, in Großbritannien 55 und in Frankreich 63 Prozent. Lediglich in Polen stimmten weniger Menschen dieser Aussage zu, als ihr widersprachen – 29 zu 31 Prozent. Dass Antisemitismus in ihrem Land kein Problem sei, sagten in Deutschland 15, in Großbritannien 12 und in Frankreich ebenfalls 12 Prozent.

Deutsche sehen Muslime als Ursache für Antisemitismus

Deutliche Unterschiede gibt es der Umfrage zufolge bei der Interpretation der Ursachen für Antisemitismus. In Deutschland werden die politische Rechte (41 Prozent) und die muslimischen Migranten (42 Prozent) in ähnlichem Maß als Hauptquelle des Antisemitismus im Land gesehen. 2024 lagen die Zahlen bei 48 und 45 Prozent.

Auch in Polen werden die politische Rechte (30 Prozent) und die muslimischen Migranten (24 Prozent) als Hauptursachen gewertet.

In Großbritannien und Frankreich dagegen werden der Anteil der politischen Rechten am Antisemitismus (14 und 12 Prozent) deutlich geringer eingeschätzt als der Einfluss der Bevölkerung insgesamt (21 und 23 Prozent) und vor allem der Einfluss der muslimischen Migranten (je 27 Prozent).