US-Rapper Macklemore hält an seinen propalästinensischen Äußerungen im Vorprogramm von Ed Sheeran fest. Nach seinem Ausschluss verlassen weitere Musiker die Tour.

US-Rapper Macklemore hält trotz der Kritik an seinen politischen Äußerungen im Vorprogramm von Ed Sheerans „Loop“-Tour an seiner Botschaft fest. „Dass alle Menschen gleich behandelt werden sollten, darf niemals kontrovers sein“, schrieb der 43-Jährige auf Instagram. Dazu veröffentlichte er ein Video mit Ausschnitten aus zwei Auftritten im MetLife Stadium im US-Bundesstaat New Jersey.
Bei den Konzerten hatte Macklemore seine Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht. „Free Palestine“, rief er nach Medienberichten bei einem Auftritt. In seiner Rede erklärte der Rapper zudem, einer der Gründe für seine Teilnahme an der Tour sei gewesen, diese Worte vor einem großen US-Publikum sagen zu können. Die Menschen von Gaza bis ins besetzte Westjordanland sollten wissen, dass sie nicht vergessen würden.
Am folgenden Abend wandte sich Macklemore auch an jüdische Zuschauer. Kritik an Israel und die Ablehnung eines von ihm als Völkermord bezeichneten Vorgehens seien keine Kritik an Juden, sagte er demnach. Seine Botschaft gelte dem Frieden sowie der Forderung, alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung zu behandeln.
Nach diesen Auftritten wurde Macklemore aus dem Vorprogramm der Tour gestrichen. Der Rapper erklärte, Sheeran und dessen Team hätten ihn von der Tour genommen. Sheeran selbst wies eine Verantwortung zurück. Die Entscheidung sei vom Tourveranstalter getroffen worden. Er wolle seine Konzerte nicht für politische Botschaften nutzen und verwies dabei auch auf sein junges Publikum.
Der Ausschluss hat inzwischen weitere Folgen. Mehrere Support-Acts kündigten an, nicht länger bei der Tour aufzutreten. Dazu gehört Finneas O’Connell, der Bruder von Billie Eilish. „Künstler dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden“, schrieb er auf Instagram.
Auch die irischen Musiker Aaron Rowe und Beoga zogen sich zurück. Sie erklärten ihre Solidarität mit Palästina und verwiesen auf die koloniale Geschichte Irlands. Beide sind Gründungsmitglieder der Bewegung „Irish Artists For Palestine“.
Macklemore steht seit längerem wegen seiner politischen Äußerungen zum Gaza-Krieg in der Kritik. 2024 veröffentlichte er den Song „Hind’s Hall“, in dem er Israel scharf kritisiert. Bei einem Auftritt beim Deichbrand-Festival 2025 in Deutschland warf er Israel ebenfalls einen Genozid am palästinensischen Volk vor.
Die „Loop“-Tour läuft noch bis November in den USA. Anschließend sind Konzerte in Mexiko und Südamerika geplant. (dpa, iQ)