Österreich

Studie zeigt: Jeder Zweite fühlt sich von muslimischen Nachbarn gestört

Eine neue Studie des Österreichischen Integrationsfonds zeigt eine hohe Ablehnung gegenüber Muslimen als Nachbarn. Zugleich sorgen sich viele Menschen um die kulturelle Identität.

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2026
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Symbolbild: Muslime in Österreich © shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Muslime in Österreich © shutterstock, bearbeitet by iQ

Rund jeder zweite Mensch in Österreich würde sich einer neuen Studie zufolge gestört fühlen, wenn Muslime direkte Nachbarn wären. Damit gehören Muslime zu den Bevölkerungsgruppen, gegenüber denen die Befragten besonders häufig Vorbehalte äußern. Noch größer ist die Ablehnung gegenüber Flüchtlingen: 63 Prozent würden sich durch sie als Nachbarn gestört fühlen. Bei Roma sind es 53 Prozent und bei Langzeitarbeitslosen 52 Prozent.

Die Untersuchung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) wurde am Dienstag von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) vorgestellt. Grundlage ist eine Anfang des Jahres durchgeführte Befragung von 1.016 Menschen durch das Institut Peter Hajek Public Opinion Strategies. Die Schwankungsbreite liegt bei 3,1 Prozentpunkten.

Persönliche Kontakte häufig positiv

Die Studie zeigt zugleich, dass persönlicher Kontakt mit Menschen mit Migrationsgeschichte überwiegend positiv erlebt wird. Jüngere, in Städten lebende und höher gebildete Menschen berichten häufiger von regelmäßigen Kontakten. Im öffentlichen Raum machten allerdings 55 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben negative Erfahrungen.

Als besonders groß wird die gesellschaftliche Distanz zwischen Einheimischen und Zugewanderten wahrgenommen. 56 Prozent sehen hier das größte Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Es folgen Konflikte zwischen links und rechts mit 50 Prozent sowie zwischen Arm und Reich mit 40 Prozent.

Kulturelle Identität und Zugehörigkeit

Auch die Sorge um die kulturelle Identität ist weit verbreitet. Drei Viertel der Befragten äußerten entsprechende Bedenken. 2018 waren es noch 57 Prozent, 2024 bereits 70 Prozent.

Menschen mit und ohne Migrationshintergrund fühlen sich der Studie zufolge ähnlich stark als Teil der österreichischen Gesellschaft. 58 Prozent der Menschen ohne und 57 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich vollständig zugehörig. Unter den Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich allerdings 14 Prozent nur am Rande zugehörig, gegenüber sieben Prozent ohne Migrationshintergrund.

Österreich will „politischen Islam“ verbieten

Bauer wertete die Ergebnisse als Bestätigung des Integrationskurses der ÖVP. Sie verwies dabei auf Deutschkenntnisse, Arbeit und gemeinsame Werte. Zugleich sprach sie sich erneut für ein Verbot des sogenannten politischen Islam aus.