Die britische Hauptstadt ist eine der kulturell vielfältigsten Metropolen der Welt – aber neuerdings werden immer mehr Angriffe gegen Muslime gemeldet. Eine Beobachtungsstelle spricht von einem beunruhigenden Trend.

In London hat sich die Zahl antimuslimischer Übergriffe laut einer zivilgesellschaftlichen Beobachtungsstelle in fünf Jahren mehr als versechsfacht. Allein im ersten Halbjahr 2026 seien 1.031 Vorfälle gemeldet worden, mehr als im ganzen Jahr 2023, teilte die Initiative Tell Mama am Mittwoch in London mit.
Eine separate Datensammlung der Polizei gibt für die Monate Januar bis Juni 963 islamfeindliche Delikte an, mehr als antisemitische (892).
Als einen Brennpunkt registrierte Tell Mama wie auch die Polizei die City of Westminster, einen zentralen Stadtteil in der multikulturellen britischen Hauptstadt, der geprägt ist von Berufspendlern, Freizeitaktivitäten und Tourismus.
Der auch im übrigen Land feststellbare Trend zeige sich in antimuslimischen Attacken auf der Straße, fremdenfeindlicher Rhetorik und Angriffen auf islamische Einrichtungen und Zentren, so die Beobachtungsstelle. Betende muslimische Gläubige würden eingeschüchtert und Frauen, die als Musliminnen erkennbar seien, belästigt. Das angespannte Klima spiegele auch der vereitelte Plan eines Teenagers, Anschläge auf Moscheen im Süden Londons zu verüben.
Die Zahl antimuslimischer Straftaten bleibt auch in Deutschland hoch. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht, wurden im Jahr 2025 insgesamt 1032 Angriffe auf Muslime und Moscheen registriert.
Allein im zweiten Halbjahr zählten die Sicherheitsbehörden 543 islamfeindliche Vorfälle im Bereich der politisch motivierten Kriminalität. Ein erheblicher Teil der Fälle ereignete sich außerhalb klassischer Gewaltsituationen im öffentlichen Raum. Besonders betroffen waren Musliminnen, die Kopftuch tragen. (KNA, iQ)