In Wien hat der Anteil muslimischer Schülerinnen und Schüler an Pflichtschulen erneut zugenommen. Laut aktuellen Daten liegt er inzwischen bei 38,5 Prozent.

Der Anteil muslimischer Schülerinnen und Schüler an Wiens Pflichtschulen ist weiter gestiegen. Im laufenden Schuljahr 2025/26 haben 38,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen ein islamisches Glaubensbekenntnis. Das geht aus einer Anfrage des „Standard“ bei der Bildungsdirektion Wien hervor.
Christliche Schülerinnen und Schüler machen demnach rund 36 Prozent aus, etwa ein Viertel der Kinder hat kein religiöses Bekenntnis. Die Daten wurden von mehreren österreichischen Medien veröffentlicht.
In den einzelnen Schulformen zeigen sich deutliche Unterschiede. In Volksschulen liegt der Anteil muslimischer Kinder bei 35 Prozent, während 37 Prozent christlich sind. 26 Prozent gehören keiner Religionsgemeinschaft an. In Mittelschulen stellen muslimische Schülerinnen und Schüler mit 46 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von 35 Prozent Christen und 17 Prozent ohne Bekenntnis.
Auch zwischen öffentlichen und privaten Schulen bestehen Unterschiede. Während an öffentlichen Pflichtschulen der Anteil muslimischer Schülerinnen und Schüler bei rund 42 Prozent liegt, dominieren an privaten Schulen katholische Kinder mit etwa 45 Prozent.
Seit 2015/16 ist insbesondere der Anteil arabischsprachiger muslimischer Schülerinnen und Schüler gestiegen, unter anderem durch Zuwanderung aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak. Experten sehen darin auch Veränderungen im gelebten Islamverständnis an Schulen.
Der schulische Religionsunterricht wird insgesamt von einem großen Teil der Kinder nicht besucht. Laut aktuellen Angaben nehmen 44 Prozent nicht daran teil. Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) sprach sich deshalb für ein verpflichtendes Ethikfach für alle aus, die keinen Religionsunterricht besuchen.